Ask the expert: Guerlain international Make-up Artist Raynald Lehongre

Im Gegensatz zu vielen Kollegen trägt er selbst kein Make-up. Ziemlich sicher, weil es der International Make-up Artist von Guerlain schlicht nicht nötig hat, seinen perfekten Teint mit Schminke zu optimieren.

«Dafür lege ich grossen Wert auf gute Pflegeprodukte», erklärte mir charming Raynald Lehongre unlängst während des Beauty-Dates am Guerlain-Counter von Jelmoli, wo er mir in Rekordzeit

a) einen spektakulären Look irgendwo zwischen Rock-Chick, Vamp und Lady verpasste und dazu

b) den neuen, matten KissKiss-Lippenstifte von Guerlain präsentierte und gleichzeitig

c) für die Serie ask the expert seine wichtigsten Make-up-Tipps verriet.

Ja, der Mann kann Multitasking.

Richtig gut sogar.

Und auch sonst ist Raynald Lehongre, der regelmässig Hand anlegt bei Topmodels wie Natalia Vodianova, ein ausgesprochen faszinierender Mensch, von dem ich ein paar sehr spannende Tricks gelernt habe.

 

 

Saubermann

 

Ich arbeite viel mit den Händen, die Wärme lässt die Produkte schneller mit der Haut verschmelzen. Ganz ohne Pinsel geht es natürlich nicht, vor allem beim Verblenden von Farben. Zwischen zwei Kundenterminen reinige ich meine Pinsel jeweils mit Parfum, so werden sie frei von Bakterien und der Duft sorgt für eine schöne Stimmung. Um sie richtig sauber zu bekommen, wasche ich sie mindestens einmal pro Woche mit Seife oder einem milden Shampoo aus. Das ist nicht nur um einiges günstiger als die Reinigung mit Parfum, sondern auch effektiver.

 

 

Delegieren

 

Mein wichtigster Rat in Sachen Makeup: Wenn Ihnen wichtig ist, dass es perfekt aussieht, überlassen Sie das Schminken am besten einem Profi.

Leisten Sie sich diesen Luxus, der im Grunde keiner ist, weil sie sich damit unglaublich viel Stress ersparen – sei das am Tag ihrer Hochzeit, beim ersten Date, beim Bewerbungsgespräch oder was Sie sonst gerade vorhaben in ihrem Leben.

 

DIY

 

Natürlich kann man gewisse Techniken wie Smokey Eyes oder einen schönen Lidstrich auch selbst erlernen, das ist gar keine Frage. Vor allem auf Youtube gibt es tolle Tutorails von Experten, die wissen, wovon sie reden.

Um die Theorie in der Praxis umzusetzen, braucht es aber – neben guten Produkten natürlich! – vor allem eines: Übung.

 

 

 

Auf Nummer sicher gehen

 

Für mich persönlich beginnt ein gutes Makeup mit einem schönen Teint, der die Basis bildet. Um die richtige Farbe der Grundierung zu finden – und das ist entscheidend! –, sollte man sich unbedingt am Counter beraten lassen. Das ist ein kleiner Aufwand und die Wirkung ist verblüffend.

 

Basics

 

Wenn ich nach den wichtigsten Schmink-Utensilien gefragt werde, sage ich immer: Lippenstift, Mascara und Bronzer. Da ist die Fehlerquote sehr klein und der Effekt gewaltig.

 

2in1

 

Mein Tipp: Lippenstift auch als Rouge verwenden, ich mache das immer so.

Die Wangen sind die optische Ergänzung der Lippen – wenn wir lachen, zieht es sie nach oben und umgekehrt. Darum macht es Sinn, für beide Gesichtspartien die gleiche Farbe zu verwenden, denn Repetition erzeugt Harmonie.

Wer mag, kann sogar noch einen kleine, ganz feinen Tupfer von Lippenstift unter den Brauenbogen geben, das öffnet die Augen und sorgt für einen frischen Blick.

 

Der Spass-Faktor

 

Grundsätzlich: Makeup sollte Spass machen. Ich erlebe immer wieder, wie das Thema viel zu ernst genommen wird, was schade ist, da es ja immer nur temporäre Veränderung sind.

Schminken, das ist perfekt für Experimente und immer wieder etwas neues auszuprobieren. Ich empfehle den Kundinnen darum immer, das Make-up so wie die Kleider auszuwählen: a) nach der Stimmung und b) nach dem Tagesprogramm.

Manchmal ist einem nach grossem Auftritt zumute, manchmal mag man es rockig, manchmal braucht es gar kein Make-up. Ich halte darum auch nicht viel von Trends oder Regeln, denn letztlich kommt es immer auf den Menschen an.

So lange sich jemand wohl fühlt, geht alles.

Und zwar immer!

 

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