Die einen trinken im Namen der Schönheit jeden Tag einen Mix aus Apfelessig und Wasser vor dem Essen, die anderen verzichten auf Kaffee und die dritten schwören auf eine vegane Ernährung: Bei den unzähligen Trends, Informationen und Meinungen über die besten Lebensmittel für die Schönheit ist als Laie ziemlich schwierig, echte Fakten von Fiktion zu trennen.

Umso mehr freut es mich, dass Biomedizinerin, Ernährungswissenschaftlerin und Food-Guru Dr. Vanessa Craig exklusiv für diesen Blogpost die häufigsten Mythen über Beauty-Food analysiert hat. Und damit wertvolle Aufklärungsarbeit leistet, für die ich mich ganz herzlich bedanke!  

Was ist Kollagen? Warum macht es schön? Wie findet man das richtige Präparat? Die Antwort auf diese und viele andere Fragen gibt es im grossen Experten-FAQ von Vanessa Craig auf sonrisa.

MYTHOS NR. 1: Schöne Haut ist eine Frage der DNA

«In der Fachwelt gibt es das Sprichwort ‘Genetics loads the gun, and the environment pulls the trigger’. Der Grund: Bis zu 90 Prozent der äusseren Anzeichen von Hautalterung und Krankheit werden durch den Lebenswandel eines Menschen verursacht und nicht durch seine Gene.

Es ist zwar ein Segen, gute Gene zu haben, aber niemand hat nur Aufgrund seiner Veranlagung ein ganzes Leben lang eine ‘gute’ oder ‘schlechte’ Haut. Die Art und Weise, wie wir essen, uns bewegen, denken und Nahrungsergänzungsmittel zu uns nehmen, spielt neben weiteren Faktoren eine grose Rolle dabei, ob es zu Unreinheiten kommt und/oder wie jemand altert.»

MYTHOS NR. 2: Gewisse Lebensmittel verursachen Hautunreinheiten

«Bis heute gibt es aber keine wissenschaftlichen Daten, die beweisen, dass ein bestimmtes Lebensmittel per se Akne verursacht. Trotz der klaren Grundlage stehen fettige Lebensmittel, Schokolade und Milchprodukte bei gewissen Menschen bis heute immer noch im Verdacht, Unreinheiten sowie Akne auszulösen.

Diese Pauschalisierung ist aber wie gesagt viel zu kurz gegriffen, zumal es verschiedene Gründe gibt für Akneausbrüche. Zusätzlich zur Ernährung können bei gewissen Menschen nämlich auch Stress oder hormonelle Veränderungen zu akuter Akne führen, während andere überhaupt nicht davon betroffen sind.

Beim Verdacht auf einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und Akneausbrüchen rate ich darum erst einmal ein Ernährungstagebuch. Das schafft Klarheit und eine gute Grundlage für weitere Schritte.»

MYTHOS NR. 3: Viel Wasser zu trinken ist der beste Weg für einen gesunden Glow

«Grundsätzlich stimmt es, dass das tägliche Trinken einer ausreichenden Menge an Wasser entscheidend ist für die Erhaltung unserer Gesundheit und darum auch eine Auswirkung hat auf das Hautbild.

Um die Haut aber wirklich mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen, braucht es mehr als drei oder bis vier Gläser Wasser.

Vor allem der äusserste Hautschicht, welche durch die regelmässige Reinigung ausgetrocknet werden kann, sollte darum zusätzlich mit Feuchtigkeit von aussen in Form von Pflegeprodukten versorgt werden.

Mit anderen Worten: Erst die Kombination aus innerer und äusserer Befeuchtung der Haut führt zu einem strahlenden Teint.»

MYTHOS NR. 4: Alle Öle sind schlecht

«Ja, es stimmt: Zu viele fettige und frittierte Lebensmittel können sich ungünstig auswirken auf das Hautbild.

Das bedeutet aber nicht, dass alle Öle schlecht sind für die Haut sind, im Gegenteil. Insbesondere Öle mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren – so wie sie etwa in Lachsvorkommen –, können Entzündungen reduzieren, welche bei gewissen Menschen zu Rötungen und Ausbrüchen führen.»

Mythos Nr. 5: Karotten verlängern die Bräune

Forscher haben in der Tat bewiesen, dass eine pflanzliche Ernährung sichtbare Vorteile für die Hautfarbe bringt, wobei wir hier wirklich von grossen Mengen solcher Lebensmittel reden.

Die Farbveränderung ist auf die Anreicherung von farbigen Pflanzenpigmenten in der Haut zurückzuführen, wie etwa orangefarbenes Carotin aus Karotten und rotes Lycopin aus Tomaten. Diese Pigmente, Carotinoide genannt, spielen eine wichtige Rolle als Antioxidantien. Alleine darum lohnt sich der tägliche Genuss von viel Obst und Gemüse.

Mythos Nr. 6: Eine vegane Diät sorgt für reine Haut

Im Grundsatz kann sich eine vegane Ernährung sehr positiv auswirken auf das Hautbild, da sie den Verzehr von Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Antioxidantien wie Obst und Gemüse fördert. Auch der Verzicht auf Milchprodukte (was für manche von Vorteil sein kann) und der Verzehr von hormonfreiem Fleisch kann eine grosse Veränderung für die Haut bedeuten, was insofern eine gute Nachricht ist für all jene, die sich nicht oder noch nicht komplett vegan ernähren möchten.

Dennoch ist eine vegane Diät kein Garant für schöne Haut im Gegenteil: Es gibt viele vegane Lebensmittel, die nicht nahrhaft sind und zu sichtbaren Hautproblemen führen können. Insbesondere raffinierter Zucker gehört dazu, aber auch andere einfache Kohlenhydrate wie etwa Weissmehl oder weisser Reis, können die Haut aus dem Gleichgewicht bringen.

Dazu kommt, dass eine restriktive Diät wie der Veganismus auch schnell mal zu einer sich wiederholenden Ernährung führen kann, bei der essentielle Nährstoffe fehlen. Je nach Speiseplan hat ein solcher Mangel auch optische Folgen für die Haut.

Last but not schliesst eine vegane Ernährung den Verzehr von Kollagen aus, welches als lebenswichtiges Protein untr anderem eine massgebliche Rolle spielt bei der Erhaltung der Hautgesundheit sowie bei der Vorbeugung vorzeitiger Hautalterung.  

MYTHOS NR. 7: Zucker schädigt der Haut

«Es ist unbestritten, dass überschüssiger Zucker im Blutkreislauf unter anderem ein echter Kollagen-Killer ist – mehr dazu gibt es im grossen FAQ über Kollagen nachzulesen – , was zu vorzeitiger Hautalterung in Form von Falten, Konturenverlust sowie einem fahlen Hautbild führen kann, wie oben bereits kurz erwähnt.

Aber wie so oft im Leben kommt es auf die Menge an und entsprechend hinterlassen gelegentliche Naschereien in der Regel keine Spuren, solange man sich insgesamt ausgewogen, saisonal und gesund ernährt.

Kommt dazu, dass der genussvolle Verzehr von Lebensmitteln bei vielen Menschen echte Glücksgefühle auslösen, welche unter anderem nachweislich Entzündungen mindern können, was sich sowohl innerlich als auch äusserlich positiv auswirkt.

In diesem Sinne wünsche ich von Herzen guten Appetit – und stehe bei weiteren Fragen jederzeit gerne zur Verfügung.»

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