Stress lass nach oder: alles, was Du schon immer über den neuen Hype um Adaptogene wissen wolltest

 

Adapto-was-bitte-schön?

Das ist meistens die Reaktion, wenn ich jemandem vorschwärme von dieser speziellen Pflanzengruppe, die zur Erhöhung der körperlichen Stressresistenz beitragen soll und entsprechend bei gesundheitsbewussten Promis schon länger als Geheimtipp in Sachen Gesundheit und Schönheit abgefeiert wird.

Gwyneth Paltrow etwa – wer denn sonst? – war bereits zu Zeiten, als sie noch total innig mit ihrem Chris einen auf happy couple durchgab, ein grosser Fan von Adaptogenen und auch das Team des britischen Erfolgs-Blogs Byrdie schwört darauf. Insofern, ich gebe es zu, ist der Titel etwas gewagt, zumal es sich bei diesem Thema nicht um eine Neuheit aus der Beauty-Branche sondern ganz im Gegenteil um eine überlieferte Heil-Tradition aus Asien handelt.

«In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) werden adaptogene Pflanzen und Kräuter schon seit Jahrtausenden eingesetzt, Ginseng ist beispielsweise schon seit über 2000 Jahren als Heilmittel bei Erschöpfungszuständen bekannt. Schon damals war die Ginsengwurzeln äußerst kostbar, sie galt sogar wertvoller als Gold», sagt die Amely Kuchenbäcker aus Berlin, die durch ihre eigene Krankheitsgeschichte den Zugang gefunden fand zu Adaptogenen und später diese Leidenschaft zum Beruf machte. Wie das genau ablief und was hinter dem Konzept ihrer Firma Ylumi steht, wird sie uns in einem späteren Blogpost ausführlich erzählen.

Heute aber beantwortet mir lovely Amely (im Bild mit ihrem Bruder und Ylumi-Mitbegründer Benjamin Kuchenbäcker) als Expertin für Adaptogene die wichtigsten Fragen zu diesem Thema, von dem Du garantiert noch öfters hören wirst und dann nicht mehr nachfragen musst, sondern ganz im Gegenteil voll locker mitreden kannst.

 

 

Woher kommt das Wort ‚Adaptogene‘?

Der Begriff wurde Mitte der 50er Jahre von dem russischen Wissenschaftler Nicolai Vasilevich Lazarev geprägt. Dieser stellte fest, dass bestimmte Kräuter dabei helfen können, den Körper an die Auswirkungen von Stress anzupassen (aus dem Englischen „to adapt“, zu Deutsch „anpassen“). Er definierte diese neue Art von pharmakologisch aktiven Verbindungen als Wirkstoffe, die einen Zustand erhöhter Resistenz gegen physikalische, chemische oder psychogen schädigende Anreize aus der Umwelt (z.B. Dauerstress, Kälte, Hitze, Nährstoffmangel etc.) erzeugen.

Adaptogene sind demnach bestimmte Pflanzenwirkstoffe, die eine regulierende Wirkung auf den Organismus haben, indem sie dem Körper bei der Bewältigung stressbedingter Belastungssituationen unterstützen.

 

Was heisst das genau?

Mit Hilfe von Adaptogenen können durch Stress ausgelöste Schäden minimiert und das Hormonsystem positiv beeinflusst werden. Anders als künstlich hergestellte Medikamente wirken die pflanzlichen Substanzen dabei ganzheitlich, also nicht nur in bestimmten Teilbereichen sondern im ganzen Körper.

 

Also reden wir bei Adaptogenen von pflanzlicher Medizin?

Nicht wirklich. Das Besondere an Adaptogenen ist nämlich, dass sie sich den individuellen Bedürfnissen des Körpers anpassen und ihre Wirkung entsprechend personalisiert entfalten. Durch die harmonisierende und normalisierende Wirkung der Kräuter kann die Widerstandskraft eines Organismus gegen schädigende Faktoren erhöht und der Körper vor Erschöpfungszuständen geschützt werden.

Bestimmten Vitalpilzen wie z.B. dem Reishi und Heilkräutern wie z.B. dem Ginseng werden stark adaptogene – also ausgleichende und regulierende – Wirkungen nachgesagt, weshalb sie einen stärkenden Einfluss auf das Immunsystem und somit eine schützende Funktion für Zellen und Gewebe haben können. Aufgrund der harmonisierenden Wirkung und Schutzfunktion werden sie häufig auch mit Anti-Aging in Verbindung gebracht.

 

Welches sind die bekanntesten Adaptogene?

Zu den am Besten untersuchten Pflanzen in diesem Bereich gehören der Ginseng (Panax Ginseng), die Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus) sowie der Rosenwurz (Rhodiola rosea). Etwas weniger bekannt aber nicht weniger wirkungsvoll sind die Adaptogene Schisandra (Schisandra chinensis) oder Ashwagandha (Withania somnifera). Aber auch Vitalpilze wie z.B. der Reishi/ Ling Zhi (Ganoderma lucidum) oder der Cordyceps (Cordyceps sinensis) zählen zu den Adaptogenen.

 

Wie wirken Adaptogene?

Adaptogene sind nicht giftig und weisen eher unspezifische pharmakologische Eigenschaften auf. Studien liefern Hinweise darauf, dass sie die Widerstandsfähigkeit des Organismus gegen ein breites Spektrum von biologischen, chemischen und physikalischen Faktoren erhöhen.

 

Das klingt kompliziert…

Ich versuche mal, die komplexen Vorgänge und Prozesse in knappen Worten zu verdeutlichen: Gerät ein Organismus durch einen äußeren oder inneren Stressor in negativen Stress kommt es zu Stressreaktionen. Die Adaption eines Organismus an einen Stressor erfolgt dabei im Allgemeinen in drei Phasen: Einer Alarmphase, der Widerstandsphase sowie ein Erschöpfungsstadium, welches eintritt, wenn ein Stressor die Anpassungsenergie (Adaptionsenergie) des Organismus überschreitet und der Körper überfordert ist. In diesem Moment passiert es manchmal, dass die natürlichen körpereigenen Reparatur-Mechanismen gestört sind und der Körper in einen Zustand der Störung beziehungsweise Krankheit rutscht.

Adaptogene können die Stressreaktion während einer Alarmphase reduzieren, somit kann das Erschöpfungsstadium verzögert oder gar ganz verhindert werden.

Studien zufolge wirken Adaptogene vermutlich über die Aktivierung endokriner Funktionen der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren- Achse.

Zusammengefasst fördern Adaptogene die Langzeitresistenz des Körpers aufgrund ihrer ausgleichenden, stärkenden und regenerationsfördernden Effekte und unterstützen das neuroendokrine System. Sie wirken negativen Auswirkungen von Stress entgegen indem sie die Ausschüttung von Stresshormonen regulieren.

 

Können demnach alle Menschen Adaptogene nehmen?

Gut, dass Du fragst! Ein Adaptogen zeigt nämlich erst bei entsprechender Herausforderung wie beispielsweise einer Stresssituation Wirkung. Bei normalen oder minimal veränderten Körperfunktionen sind aus diesem Grund nur leichte Veränderungen spürbar. Menschen, die also nicht gross unter Stress leiden oder andere körperliche Probleme haben, werden eventuell nur minimale bis keine Wirkung spüren.

 

Existieren wissenschaftliche Untersuchungen zu Adaptogenen?

Die Wirkungen von Adaptogenen auf den Körper wurden vielfach untersucht, es gibt zum Beispiel die Studie von Brekhman und Dardymov aus dem Jahre 1969, die feststellten, dass Adaptogene gezielt die Widerstandskraft gegen Stressfaktoren erhöhen können.

 

Apropos: Wie sieht es aus mit Nebenwirkungen?

Adaptogene gelten als nahezu nebenwirkungsfrei. Im Gegensatz zu stimulierenden Substanzen wie etwa Koffeein oder Amphetamine, die zahlreiche körperliche Nebenwirkungen wie Herzrasen oder Schlaflosigkeit bewirken können, verursachen Adaptogene selbst bei längerer Anwendung keine negativen Begleiterscheinungen und kein Suchtpotential.* Sie liefern eher einen „Stressschutz-Effekt“, indem sie die Stressantwort unterbinden.** In seltensten Fällen kann es zu leichten Nebenwirkungen wie intensive Träume oder Übelkeit kommen, dies ist aber meist auf eine zu hohe Dosis oder eine ungünstige Kombination mit anderen Präparaten zurückzuführen.

*A.A. Spasov, G.K. Wikman, V.B. Mandrikov, I.A. Mironova, V.V. Neumoin: A double-blind, placebo-controlled pilot study of the stimulating and adaptogenic effect of Rhodiola rosea SHR-5 extract on the fatigue of students caused by stress during an examination period with a repeatedlow-does regimen. In: Phytomedicine. Band 7, Nr. 2, 2000, S. 85–89.
** Alexander Panossian, Georg Wikman: Evidence-Based Efficacy of Adaptogens in Fatigue, and Molecular Mechanisms Related to their Stress-Protective Activity. In: Current Clinical Pharmacology. Band 4, Nr. 3, S. 198–219.

 

Wann braucht man Adaptogene?

Adaptogene eignen sich für alle, die auf der Suche nach innerer Balance, mehr Energie und Wohlbefinden sind. Besonders bei chronischem Stress sowie zur Vorbeugung von Stress und nervlicher Anspannung haben sich die Pflanzenwirkstoffe bewährt.

Stress gehört in unserer heutigen schnelllebigen Zeit ja quasi schon zum Alltag. Schafft man es nicht, eine gesunde Balance von Anspannung und Entspannung zu schaffen, besteht das Potential zu ernsthaften Folgekrankheiten.

Adaptogene können wie schon erwähnt die biochemische und anatomische Reaktionsphasen unter Stress verändern, sie können einen positiven Einfluss auf die Zellen wie zum Beispiel auf stressinduzierte Krankheiten haben.

 

In welcher Dosis nimmt man Adaptogene?

Adaptogene sind heute in unterschiedlicher Darreichungsformen verfügbar. Häufig kommen sie als Kapseln beziehungsweise Extrakt, als Pulver oder Tabletten zum Einsatz und können als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden.

Die SPARKLES von YLUMI sind beispielsweise so dosiert, dass sie bei richtiger Dosierung – das wären ein bis zwei Gramm pro Tag – über einen längeren Zeitraum von mindestens zwei Monaten eingenommen werden können und sogar sollten.

Eine Wirkung ist nach einigen Wochen spürbar, bei manchen geht es schneller, bei anderen dauert es etwas. Man kann die Pulver vor der Einnahme mit Wasser oder in Smoothies, vegane Milch oder Tee geben und täglich in seinen Alltag integrieren.

 

 

Es spricht also nichts gegen den täglichen Konsum von Adaptogenen?

Nein, gegen eine regelmäßige Einnahme von Adaptogenen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Bei schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen und Krankheiten sowie bei einer gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten sollte aber vor dem Einsatz von Adaptogenen unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

 

Worauf ist zu achten beim Kauf von Adaptogenen?

Besonders wichtig ist die Produktqualität der Adaptogene. Im Internet gibt es einige dubiose Seiten, bei denen Adaptogene aus dem Ausland angeboten werden – hier ist Vorsicht geboten. Die Richtlinien und Vorschriften für eine Produktion in Deutschland sind dagegen sehr hoch.

 

Was darf man erwarten von Adaptogenen – und was nicht?

Adaptogene sind kein Allheilmittel. Sie wirken ausgleichend, das heisst sie mildern oder verstärken Reaktionen im Organismus und können positive Einflüsse auf das Immunsystem haben, sollten aber nicht als Selbst-Medikation bei schweren Krankheiten eingesetzt werden.

Ausserdem, aber das liegt auf der Hand, spielen natürlich die individuellen Lebensgewohnheiten, die Ernährung sowie die äusseren Umstände eine Rolle. Ein Mensch, der sich nur von Fast-Food ernährt, sich selten bewegt und raucht, wird auch bei einer täglichen Einnahme von Adaptogenen nicht plötzlich erschlanken und fit wie ein Turnschuh durchs Leben springen.

Meine eigene Geschichte hat aber gezeigt, wie Adaptogene die Gesundheit und das Wohlbefinden massgeblich beeinflussen können. Das bestätigen auch die vielen, positiven Rückmeldungen unserer Kundschaft, die für uns der beste Beweis sind für die positiven Auswirkungen von Adaptogenen auf den Körper und das Gemüt.

 

Zeichnungen: Press_liz (Instagram)

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