Greenwashing in der Beauty

 

Grün ist die Farbe der Hoffnung und dazu gibt es viel Grund – nicht zuletzt dank der Beauty-Branche, wo aufgrund einer stetig wachsenden Nachfrage der Kundschaft mittlerweile viele Brands auf nachhaltig gewonnene Wirkstoffe aus der Natur setzen.

Gleichzeitig, und das ist die andere Seite dieser Entwicklung, geben sich diverse Firmen deutlich grüner als sie eigentlich sind, was es als Konsument enorm schwierig macht, den Überblick zu behalten.

Eine, die uns dabei helfen kann, ist Beauty-Profi und Superdarling Anna Mandozzi unterhalten von den famosen Onlineshops biomazing.ch beziehungsweise biomazing.eu, von der ich im exklusiven Interview erfahren habe, wie wir die grünen von den schwarzen Naturkosmetik-Schafen unterscheiden können.

 

Sonrisa berichtet über die spannendsten Neuheiten im Naturkosmetik-Paradies Biomazing.

 

Was ist Greenwashing?

 

«Greenwashing» sind aus meiner Sicht sämtliche Kommunikations- und Imagestrategien, die einem Produkt oder Brand gegen Aussen einen grüneren, nachhaltigeren oder natürlicheren Anstrich verpassen, als es eigentlich der Fall ist.

Wenn die Kundschaft aufgrund der Verpackung, von Labels oder anderen Massnahmen den Eindruck gewinnt, ein Produkt habe spezielle Eigenschaften und die hat es dann nicht, handelt es sich für mich um einen Fall von Greenwashing. Als Opfer von Greenwashing wird man also bewusst oder unbewusst getäuscht.

 

Welches sind die Ursachen für Greenwashing in der Beauty?

 

Mit der Naturkosmetik ist es einfach so, dass sie derzeit extrem hip und trendy ist, und dann springen einfach alle auf den Zug auf. Gepaart mit Unwissenheit führt das zu Greenwashing und, was ich noch schlimmer, finde: Zu mangelnder Information, da oft nicht einmal die Brands selbst wissen, was Sache ist!

Die Unwissenheit geht entsprechend bis in jene «Schichten», von denen man eigentlich meint, dass sie es wissen müssten. In Kombination mit gutem Marketing hat man eben nicht nur bewusstes Greenwashing, sondern auch solches, das mit bestem Wissen und Gewissen von den Herstellern und/oder Händlern gutgläubig gemacht wird…

Ich gehe oft in Geschäfte und lasse mich beraten, und was hier erzählt wird, ist einfach erschreckend. Dabei wäre es so viel seriöser einfach zu sagen «das weiß ich nicht» oder «das kann man so pauschal nicht sagen» oder «darüber muss sich jeder selbst ein Bild machen und dann entscheiden». So hätte der Kunde eine Chance, sich selbst ein Bild zu machen.

 

Wie erkennt man Greenwashing in der Beauty?

 

Um als Kunde bewusstes Greenwashing zu erkennen, sollte man: Genau hinschauen und allenfalls auch Fragen stellen.

Wird in der Kommunikation von «rein natürlichen Inhaltsstoffen» gesprochen, heisst das nämlich leider noch nicht, dass diese nicht bis zur Toxizität weiterverarbeitet wurden. Erst kürzlich habe ich wieder etwas von «rein natürlichen Ölen» gelesen. So lange aber nicht auf deren Bio-Qualität verwiesen wird, sind solche Aussagen mit Vorsicht zu geniessen.

Der Grund: Auch ein «reines Öl» das zu 100 Prozent natürlich und naturbelassen ist, kann, wenn es auf konventionelle Art und Weise kultiviert wurde, Rückstände von Spritz- und Düngemitteln enthalten. Das klingt dann gleich weniger rein und natürlich, oder? 😉

Je mehr Informationen man hat, umso besser kann man entscheiden. Dabei liegt die Wahrheit in aller Regel nicht ganz am Ende des Spektrums, sondern irgendwo in der Mitte…

 

Einkaufstipps für echte Naturkosmetik?

 

Da bereits normale Händler kaum eine Chance haben, alle Informationen über ein Produkt zu verifizieren und zu überprüfen, ist es für den Laien extrem schwer, auf eigene Faust echte Naturkosmetik als solche zu erkennen.

Aus meiner Sicht gibt es für den Endkunden nur eine Chance: Jemanden zu finden, dem er soweit vertraut, Informationen so gut und so ausgewogen es geht zu kontrollieren.

Hier kommt biomazing ins Spiel, denn genau an diesem Punkt setzen wir an: Wir prüfen so weit wie möglich in die Tiefe, hinterfragen, kontrollieren mit Besuchen vor Ort und über Verbindungen in der Branche. Das nimmt unzählige Stunden in Anspruche und ist niemals leicht, da wir auch auch Behauptungen von Effektivität und Wirkungsversprechen persönlich überprüfen.

Ebenfalls wichtig ist uns in diesem Zusammenhang, dass das gesamte Geschäftsmodell unseres Partners oder Lieferanten ethisch und nachhaltig ist. Das ist mein persönlicher Anspruch an das, was wir machen.

Dadurch können wir mit vielen Brands nicht zusammenarbeiten, und das ist manchmal schade. Dafür haben wir umso mehr Platz und Freude an jenen Firmen, denen wir vertrauen können!

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