«Kinderkosmetik ist sehr emotional»: Q&A mit Jungunternehmerin Michaela Hagemann

Um ein Haar hätte sie die Mail mit der guten Nachricht gelöscht. Weil das Schreiben aus den USA im Spam-Ordner gelandet war und sie es nach flüchtigem Durchlesen als «das kann doch gar nichts seriöses sein» abtat.

«Erst als mir eine befreundete Unternehmerin sagte, sie habe mich für die Liste vorgeschlagen, nahm ich die Sache wirklich ernst», erinnert sich die in Frankfurt geborene Ärztin Michaela Hagemann mit einem Lächeln an jenen Moment, als ihr klar wurde, dass sie es beim amerikanischen Wirtschaftsmagazin Forbes auf die die berühmte Liste der 30 einflussreichsten Persönlichkeiten unter 30 Jahren geschafft hatte. Nicht als Medizinerin. Sondern als Begründerin der Firma «das boep» – eine Abkürzung von «das Babyölprojekt» –, welche sie während ihrer ersten Schwangerschaft gegründete hatte, da sie kein Babyöl fand, das ihren Ansprüchen entsprach.

«Ich suchte damals nach einem Produkt aus natürlichen Wirkstoffen, aber ohne diesen typisch krautigen Naturkosmetik-Geruch», sagt Michaela Hagemann, die mit «das boep» diese Lücke schliessen wollte. Und damit buchstäblich den richtigen Riecher bewies, wie die Erfolgsgeschichte von «das boep» zeigt, über die ich mich vergangenen Woche mit der Jungunternehmerin während eines schönen Gespräches unterhalten habe.

 

Jungunternehmerin Michaela Hagemann spricht mit sonrisa daüber, wie sie von der Ärtzin zur Gründerin der Kinderkosmetik-Firma "das boep" wurde, welche Werte sie ihren Töchtern vermitteln will und warum sie die Sache mit dem Perfektionismus für unnötig hält.

Jungunternehmerin Michaela Hagemann spricht mit sonrisa daüber, wie sie von der Ärtzin zur Gründerin der Kinderkosmetik-Firma "das boep" wurde, welche Werte sie ihren Töchtern vermitteln will und warum sie die Sache mit dem Perfektionismus für unnötig hält.

Jungunternehmerin Michaela Hagemann spricht mit sonrisa daüber, wie sie von der Ärtzin zur Gründerin der Kinderkosmetik-Firma "das boep" wurde, welche Werte sie ihren Töchtern vermitteln will und warum sie die Sache mit dem Perfektionismus für unnötig hält.

Jungunternehmerin Michaela Hagemann spricht mit sonrisa daüber, wie sie von der Ärtzin zur Gründerin der Kinderkosmetik-Firma "das boep" wurde, welche Werte sie ihren Töchtern vermitteln will und warum sie die Sache mit dem Perfektionismus für unnötig hält.

 

Michaela Hagemann, Sie gingen im Dezember 2015 mit einem kleinen Internetshop online und drei Jahre später standen die Produkte von «das boep» unter anderem bundesweit in allen dm-Drogeriemärkten sowie bei Migros in der Schweiz. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

(Lacht) Wenn ich das nur wüsste… Ich glaube daran, dass alles irgendwann einen Sinn ergibt, also war ich wohl oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

 

Wie meinen Sie das?

Als wir «das boep» lancierten, produzierten wir zunächst sehr überschaubare Mengen. Ich wollte erst mal schauen, ob ausserhalb unseres weiteren Freundes- und Familienkreises überhaupt ein Interesse an solchen Produkten besteht. Eine Freundin mit Marketing-Expertise riet mir dazu, junge Mütter mit grösserer Reichweite auf Social Media zu bemustern. Die Mama-Blog-Szene war damals gerade im Aufbau und viele berichteten über «das boep». Schon bald hatten wir Bestellungen aus ganz Deutschland und so führte eines zum anderen.

 

Gibt es etwas, das Sie rückwirkend anders machen würden?

Höchstens Kleinigkeiten wie etwa das integrieren des Barcodes, den wir für die grösseren Händler nachträglich von Hand aufkleben mussten. Im Übrigen bin ich ganz froh, dass ich damals nicht wusste, was auf mich zukam, da ich sonst diesen Schritt vielleicht gar nicht gewagt hätte.

 

Sie waren ja auch noch sehr jung damals, gerade mal 25 Jahre alt…

… und auch ein bisschen naiv, denn als angehende Ärztin hatte ich von diesem Geschäft keine Ahnung.

 

Wie haben Sie sich das dazu nötige Wissen angeeignet?

Das war ein organischer Prozess, bei dem mir viele Menschen geholfen waren. Fachlich lernte ich das meiste von unserem Produzenten, mit dem ich die Produkte entwickle und der nun gemeinsam mit uns wächst. Ausserdem habe ich mit meinem Bruder einen starken Geschäfts-Partner, der sich als BWL-Experte um alle geschäftlichen Details kümmert.

 

Jungunternehmerin Michaela Hagemann spricht mit sonrisa daüber, wie sie von der Ärtzin zur Gründerin der Kinderkosmetik-Firma "das boep" wurde, welche Werte sie ihren Töchtern vermitteln will und warum sie die Sache mit dem Perfektionismus für unnötig hält.

 

Wann kam es bei Ihnen zum endgültigen Wechsel von der Medizin in die Beauty-Branche?

Ich wusste, dass eine Karriere in der Medizin als Anfängerin mit einem kleinen Kind schwierig sein würde und dachte mir, «das boep» sei ein toller Ausgleich dazu. Die Firma war also der berühmte Plan B, wenn man so will, aus dem aufgrund der grossen Nachfrage plötzlich Plan A wurde.

 

Welches sind Ihre wichtigsten Ratschläge für angehende Jungunternehmerin?

Man darf sich nicht unterkriegen lassen und sollte die Bereitschaft haben, für seine Vision zu kämpfen. Gerade am Anfang redet gefühlt das ganze Umfeld mit, alle haben eine Meinung, was ziemlich schwierig sein kann, weil man selbst ja auch noch unsicher ist. Ich habe stets auf mein Bauchgefühl gesorgt und das hat sich bis heute bewährt.

 

Die Beauty-Branche gilt als Haifischbecken. Was sind Ihre Erfahrungen?

Viele Beauty-Firmen wagen sich nicht an Kinderkosmetik heran, weil sie wissen, dass es sich um ein mit starken Emotionen verbundenes Segment handelt, was vor allem beim Marketing eine grosse Herausforderung darstellt. Die Konkurrenzsituation bei der Kinderkosmetik ist darum nicht vergleichbar mit jener für Erwachsenenkosmetik, zumal der Markt auf diesem Gebiet zumindest in Deutschland von wenigen Traditionsunternehmen beherrscht wird. Wir haben uns darum am Anfang ganz bewusst für eine kleine Nische entschieden, die wir durch die stetige Erweiterung des Sortiments von «das boep» nun langsam verlassen.

 

Mit welchem Ziel?

Wir wollen hochwertige, aber trotzdem erschwingliche Naturkosmetik für die ganze Familie anbieten. Auf diesem Gebiet besteht eine grosse Nachfrage.

 

Jungunternehmerin Michaela Hagemann spricht mit sonrisa daüber, wie sie von der Ärtzin zur Gründerin der Kinderkosmetik-Firma "das boep" wurde, welche Werte sie ihren Töchtern vermitteln will und warum sie die Sache mit dem Perfektionismus für unnötig hält.

Jungunternehmerin Michaela Hagemann spricht mit sonrisa daüber, wie sie von der Ärtzin zur Gründerin der Kinderkosmetik-Firma "das boep" wurde, welche Werte sie ihren Töchtern vermitteln will und warum sie die Sache mit dem Perfektionismus für unnötig hält.

Jungunternehmerin Michaela Hagemann spricht mit sonrisa daüber, wie sie von der Ärtzin zur Gründerin der Kinderkosmetik-Firma "das boep" wurde, welche Werte sie ihren Töchtern vermitteln will und warum sie die Sache mit dem Perfektionismus für unnötig hält.

 

Ist es in Ihrer Position als Jungunternehmerin in der Beauty-Branche ein Vor- oder Nachteil, dass Sie eine Frau sind?

Sagen wir mal so: Als weibliches Startup ist es deutlich schwieriger, einen Kredit zu bekommen. Für einige mag das ein Nachteil sein, mich hingegen hat es darin bestärkt, «das boep» ohne grosse Investoren zu lancieren.

 

Inwiefern?

Ich spürte einfach, dass ich mit grossen Geldgebern schlecht auf einen gemeinsamen Nenner komme. Dafür müsste ich mich zu sehr verbiegen und das möchte ich nicht. Denn, und damit kommen wir zu den Vorteilen, meine Geschichte macht «das boep» zu einer glaubwürdigen Brand. Als Mutter und Ärztin gebe ich der Marke ein Gesicht, welchem die Kundschaft vertrauen kann.

 

Gerade als Mutter zweier kleiner Töchter ist es aber sicher nicht immer einfach, die Balance zwischen Familie und Beruf zu finden. Wie schaffen Sie das?

Mit guter Organisation, einem tollen Netzwerk – und dem Bewusstsein, dass man nicht immer alles haben kann. Mir ist es wichtig, meine eigenen Ziele zu verwirklichen und ich bin unendlich dankbar für die tatkräftige Unterstützung durch mein Umfeld. Vor allem mein Mann ist mir eine grosse Hilfe. Er war von Anfang an begeistert und hat mich stets ermutigt, auch wenn das für ihn nicht nur Vorteile hatte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich im umgekehrten Fall auch so tolerant reagiert hätte.

 

Welche Werte wollen Sie Ihren Kindern vermitteln?

Dass man auch als Frau alles schaffen kann, wenn man möchte.

 

Verraten Sie uns zum Abschluss drei Tipps, wie Sie da selbst  umsetzen?

A) Man muss sich klar machen, dass man nicht perfekt sein kann. Seit ich das weiss, geht es mir viel besser und ich habe entsprechend mehr Energie für meine Familie und meinen Beruf.
B) Die Qualität der Zeit mit den Kindern ist entscheidend. Jede Frau ist für ihre Kinder die perfekte Mutter, denn sie kennen nichts anderes. Auf dieses Urvertrauen darf man sich verlassen als Mutter – zumindest so lange die Kinder noch klein sind.
C) Die berühmte «Me-Time» ist wichtig als Ausgleich zum Alltag. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass mir das im Moment kaum gelingt. (Lacht) In dieser Beziehung gibt es ganz klar noch Luft nach oben, aber das kennt wohl jede Mama, oder?

 

Jungunternehmerin Michaela Hagemann spricht mit sonrisa daüber, wie sie von der Ärtzin zur Gründerin der Kinderkosmetik-Firma "das boep" wurde, welche Werte sie ihren Töchtern vermitteln will und warum sie die Sache mit dem Perfektionismus für unnötig hält.

Jungunternehmerin Michaela Hagemann spricht mit sonrisa daüber, wie sie von der Ärtzin zur Gründerin der Kinderkosmetik-Firma "das boep" wurde, welche Werte sie ihren Töchtern vermitteln will und warum sie die Sache mit dem Perfektionismus für unnötig hält.

 

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