Schönheit in der Kunst: Q&A mit Künstlerin Amber Vittoria

Üppige Arme, stachelige Körperhaare, riesige Füsse, abstehende Ohren: Die in New York wohnhafte Illustratorin Amber Vittoria zeigt in ihren Werken ganz bewusst ein Frauenbild jenseits des gängigen Schönheitsideals. Und das kommt gut an: Bei ihren Fans genauso wie bei ihren Kunden, zu denen seit kurzem auch das schweizerische Traditionshaus Calida gehört, für das sie unter dem Titel «Destination Nature» eine Capsule Collection entworfen hat.

Entstanden sind dabei drei exklusive Nature Shirts mit Sujets von Amber Vittoria, die sich dabei von der Geschichte des kompostierbaren Calida-Shirts inspirieren liess.

«Nachhaltige Ansätze in der Mode müssen die Zukunft sein und die Art, wie wir Mode konsumieren» erklärte Amber Vittoria an der offiziellen Lancierungsparty der Calida x Amber Vittoria Collection im Calida-Shop in Zürich, wo ich mit der unglaublich sympathischen Künstlerin ein exklusives Interview über Beauty in der Kunst führen durfte.

 

 

sonrisa redet mit Künstlerin Amber Vittoria über Schönheitsideale in der Kunst und Selbstliebe.

sonrisa redet mit Künstlerin Amber Vittoria über Schönheitsideale in der Kunst und Selbstliebe.

sonrisa redet mit Künstlerin Amber Vittoria über Schönheitsideale in der Kunst und Selbstliebe.

 

Amber Vittoria, Du stellst in Deiner Kunst lieber echte als idealisierte Frauenkörper dar…

… genau, denn mir ist es wichtig, die Realität abzubilden. Also Frauen, wie sie tatsächlich aussehen und nicht wie es von ihnen erwartet wird.

 

Wer ist für Dich die schönste Frau überhaupt?

Meine Mutter. Sie hat eine grossartige Persönlichkeit und ruht in sich selbst.

 

Was verstehst Du persönlich unter dem Begriff «Schönheit»?

Meine Antwort auf diese Frage entspricht im Grund dem Motto Deines Blogs, denn auch ich bin überzeugt, dass glückliche Menschen am schönsten aussehen. Schönheit ist für mich demnach eng verbunden mit Zufriedenheit und einem gesunden Selbstwertgefühl.

 

Die Frauen in Deinen Bildern strahlen viel positive Energie aus…

… und das ist auch mein Ziel. Mit meiner Kunst möchte ich zeigen, wie viel Schönheit in so genannten Makeln liegt.

 

Dein Erfolg gibt Dir recht. Und trotzdem gibt es Tage, an denen man mit seinen vermeintlichen Makeln hadert. Ist das in Zeiten von #selflove noch okay?

Absolut! Genau so wenig wie wir uns unter Druck setzen lassen sollten, einem bestimmten Körpertypen zu entsprechend, so darf auch die Selbstliebe nicht zum Diktat werden. Egal, was man macht – es sollte immer für einen selbst und nicht wegen anderen passieren.

 

Wie gehst Du um mit solchen Situationen?

Jeder ist mal mies drauf, das gehört einfach zum Leben. Ich schaffe es auch nicht immer, mich gleich gerne zu mögen. Vor allem wenn meine Haare nicht so sitzen, wie ich das möchte, dann schlägt mir das schnell mal auf’s Selbstbewusstsein.

 

Dann hast Du also auch keinen Tipp gegen Bad Hair Days?

Haare waschen ist die beste Lösung, aber wenn dafür die Zeit fehlt, dann binde ich meine Haare einfach zusammen und trage einen knallroten Lippenstift auf. Mit roten Lippen fühle ich mich automatisch besser.

 

Welches war der beste Beauty-Tipp, den Du je bekommen hast?

Als Künstlerin werde ich oft dreckig und entsprechend wichtig ist eine gründliche Reinigung der Haut. Seit ich mich jeden Tag konsequent abschminke und die Haut reinige, hat sich mein Hautbild massiv verbessert. Mittlerweile ist das Reinigen des Gesichts zu einem schönen Ritual geworden für mich, bei dem ich nicht nur äusserlichen Schmutz loswerden, sondern auch den Stress des Tages abwaschen kann.

 

Abgesehen vom Kampf gegen den Dreck gibt es sicher noch andere Herausforderungen in Deinem Beruf…

… und ob, vor allem als weibliche Künstlerin ist es nicht immer leicht in dieser Branche.

 

Wie meinst Du das?

Sagen wir es mal so: Viele Kunstwerke zeigen nur ganz spezielle Typen von Frauen und nicht die ganze Realität. Der Grund dafür liegt unter anderem daran, dass Künstlerinnen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen oft einen grösseren Aufwand haben, bis ihre Werke in Museen oder Galerien gezeigt werden. Ich möchte mit meiner Arbeit diese Mechanismen brechen, um möglichst vielen Frauen einen Zugang zu Kunst zu verschaffen, in der sie sich selbst und ihre eigene Schönheit finden können.

 

Das ist ein schöner Satz – und der ideale Steilpass für die letzte Frage: Wann fühlst Du Dich besonders schön?

Das habe ich mir noch gar nie überlegt… (denkt kurz nach). Okay, ich hab’s! Am schönsten fühle ich mich, wenn ich Kunst mache und alles um mich herum vergesse. Dann bin ich einfach nur mich selbst.

 

sonrisa redet mit Künstlerin Amber Vittoria über Schönheitsideale in der Kunst und Selbstliebe.

Bilder: David Biedert

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