Es fängt schon bei den Namen an: Mindestens sechs Anläufe brauche ich im Durchschnitt, um die Wörter «Octocrylen», «Oxybenzon» sowie «Octinoxat» fehlerfrei über die Lippen zu bekommen.

Noch anspruchsvoller als die Aussprache ist die aktuelle Diskussion um diese häufig in Sonnenschutzprodukten verwendeten UV-Filtern. Das Image dieser Filter hat in den vergangenen Jahren aufgrund verschiedener Neuerkenntnissen sowie Studien wegen potenziell gefährlichen Nebenwirkungen für den Menschen und Natur ziemlich gelitten.

Mit anderen Worten: Wir haben es mit einem sehr komplizierten Thema zu tun, dem ich an dieser Stelle etwas auf den Grund gehe. Und dafür ein langes Interview führte mit Noële Auclair-Riva, Leiterin der Abteilung Galenischen Entwicklung beim schweizerischen Pharmaunternehmen Permamed AG, die aufgrund ihrer Erfahrung und ihres Berufs über die nötige Kompetenz verfügt für das folgende FAQ über die verschiedenen Sorten von Sonnenschutzfiltern.

Danke dafür, liebe Noële!

Worin unterscheiden sich die verschiedenen UV-Filter? Warum sind einige verboten? Diese und viele andere Fragen werden im grossen FAQ über Sonnenschutzfilter auf sonrisa beantwortet.
Worin unterscheiden sich die verschiedenen UV-Filter? Warum sind einige verboten? Diese und viele andere Fragen werden im grossen FAQ über Sonnenschutzfilter auf sonrisa beantwortet.
Bild: Jehona Abrashi

Von Anfang an: Wie funktionieren Sonnenschutzfilter in Kosmetika?

«Wie der Name bereits vorwegnimmt, schützen solche Filter die Haut insbesondere vor UV-Strahlung und damit vor den schädlichen Auswirkungen der Sonne. Für eine ausreichende Wirkung  müssen UV-Filter sowohl gegen UVB-Strahlen als auch gegen UVA-Strahlen schützen.

Zur Erklärung: UVA-Strahlen dringen in die tiefer liegenden Hautschichten ein, wo sie freie Radikale bilden, welche die vorzeitige Hautalterung beschleunigen sowie allergische Reaktionen auslösen können. UVB-Strahlen wiederum bleiben auf der äusseren Schicht der Haut und können dort zu Sonnenbrand führen und sogar das Erbgut der Zellen verändern (weil sie mehr Energie auslösen).»

Welche Arten von UV-Filtern unterscheidet man in der Fachwelt?

«Die UV-Filter werden in zwei grosse Kategorien klassifiziert:

  • Die chemischen Filter – auch als organische Filter bezeichnet – dringen in die Haut ein, nehmen dort die energiereiche UV-Strahlung auf und wandeln sie anschliessend in Wärme um. Weil dieser Prozess einige Zeit in Anspruch nimmt, sollten Produkte mit chemischen Filtern mindestens 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden.
  • Die mineralischen Filter wirken aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften, indem sie das Sonnenlicht reflektieren. Titandioxid und Zinkoxid sind Partikel, die sofort wie winzige Spiegel auf der Hautoberfläche die UV-Strahlen brechen.»

Welches sind die Vor- und Nachteile von chemischen bzw. mineralischen Sonnenschutzfiltern für die Konsument*Innen?

«Chemische UV-Filter können Unverträglichkeiten auslösen und sind nur bedingt photostabil, was ein häufiges Nachcrèmen erfordert. Weil chemische Filter in die Haut eindringen, gibt es keine Rückstände auf der Haut und das Auftragen ist sehr angenehm. Mit chemischen Filtern können höhere Lichtschutzfaktoren (SPF) erreicht werden, als dies bei mineralischen Filtern der Fall ist.

Mineralische Filter sind sehr gut verträglich und werden deshalb bei Babys, Kindern und bei empfindlicher Haut eingesetzt. Auch sind sie über die Zeit stabiler. Sonnencremes mit mineralischen Filtern können einen weissen Film auf der Haut hinterlassen, der bisweilen als unangenehm empfunden wird. Aus diesem Grund werden sie oft mit organischen UV-Filtern kombiniert. Zusammen können die beiden Filter sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften sehr gut ergänzen.»

Was macht einen guten UV-Filter aus?

«Ein guter Sonnenschutzfilter sollte…

a) «safe» sein

b) vor UVA- und UVB-Strahlen schützen (das Stichwort dazu lautet: Breitbandfilter)

c) photostabil sein, das heisst möglichst lange seine Wirksamkeit behalten und nicht durch UV-Strahlen deaktiviert / zersetzt werden.»

Seit Januar 2021 ist das so genannte Riffgesetz auf Hawaii in Kraft, das bestimmte UV-Filter verbietet. Wieso? 

«Nach aktuellem Stand der Forschung sind UV-Filter das einzige Mittel, um die Haut vor Schäden durch die Sonne zu schützen. Gleichzeitig gibt es Untersuchungen, welche aufzeigen, dass gewisse Filterstoffe auch die Tier- und Pflanzenwelt des Meeres beeinflussen können.

Insbesondere zwei davon – Oxybenzone und Octinoxate – werden von der Fachwelt als UV-Filter eingestuft, die auch Korallenriffe gefährden und damit das ganze Ökosystem ausser Balance bringen können. Aus diesem Grund hat der US-Bundesstaat Hawaii sämtliche Sonnenschutzmittel mit diesen Filtern verboten.»

Worin unterscheiden sich die verschiedenen UV-Filter? Warum sind einige verboten? Diese und viele andere Fragen werden im grossen FAQ über Sonnenschutzfilter auf sonrisa beantwortet.

Gibt es weitere UV-Filter, die nach aktuellem Stand der Forschung als gefährlich eingestuft werden? 

«Im März 2021 wurde ein Artikel in der US-Medizinzeitschrift ‘Chemical Research in Toxicology’ veröffentlicht, in dem gesagt wird, dass der UVB-Filter Octocrylene zu einer toxikologisch bedenklichen Verbindung abgebaut werden kann, umso älter die Creme ist. Dieser UVB-Filter wird in der Kosmetikindustrie verbreitet eingesetzt. Daher sind behördliche Massnahmen zu seinem Einsatz in Sonnenschutzprodukten in der nächsten Zeit zu erwarten. Eine Sonnencreme aus dem Vorjahr wiederzuverwenden, die Octocrylen enthält, ist daher keine gute Idee».

Nach aktuellem Stand der Forschung sind UV-Filter das einzige Mittel, um die Haut vor Schäden durch die Sonne zu schützen. Gleichzeitig gibt es Untersuchungen, welche aufzeigen, dass gewisse Filterstoffe auch die Tier- und Pflanzenwelt des Meeres beeinflussen können.

Aktuell ist der Wirkstoff Octocrylene nicht gesetzlich verboten in Europa. Trotzdem hat man sich bei Permamed entschieden, diesen Filter schnell durch einen anderen Stoff zu ersetzen. Wieso?

«Die Sicherheit unserer Kund*Innen, die hervorragenden Wirkungen und die Verträglichkeit von unseren Produkten gehen immer vor und gehören zu unserem Leitmotiv ‚innovation & expertise in dermatology‘. Als Pharmaunternehmen haben wir uns bereits nach den ersten Vermutungen zur potenziellen Unsicherheit bei der Anwendung von Octocrylene dazu entschlossen, nach Alternativen zu suchen und schnell zu handeln.

Dies ist uns gelungen und wir sind heute stolz, dass alle Lubex Anti-Age Tageswirkbehandlungen classic und rich frei von Octocrylene sind. Die Lubex anti-age light Version wird auch in naher Zukunft folgen.»

Was waren die Herausforderungen beim Entwickeln einer Alternative zu Octocrylene?

«Jede Entwicklung ist ein Challenge, Sonnenschutzformulierungen umso mehr. Die Sicherheit, die Stabilität aber auch das Feeling und natürlich die Anti-Aging Wirkung müssen stimmen. Alle diese Parameter müssen in Harmonie koexistieren, damit unsere Kunden*innen mit Begeisterung unsere Wirkprodukte benützen können.»

Worin unterscheiden sich die verschiedenen UV-Filter? Warum sind einige verboten? Diese und viele andere Fragen werden im grossen FAQ über Sonnenschutzfilter auf sonrisa beantwortet.
Bild: Jehona Abrashi

Worin liegt die Besonderheit dieser neuen UV-Filter Kombination? 

Die Besonderheit kann man in zwei Wörtern zusammenfassen: Sicherheit und Schutz!

In welchen Produkten ist der neue Filter bereits integriert? 

Die Kombination von diesen neuen organischen Sonnenschutzfiltern ist bereits in Lubex anti-age day classic UV 30 und in Lubex anti-age day rich UV 30 integriert. Die light Formulierung wird in desem Herbst nachfolgen.

Worin unterscheiden sich die verschiedenen UV-Filter? Warum sind einige verboten? Diese und viele andere Fragen werden im grossen FAQ über Sonnenschutzfilter auf sonrisa beantwortet.

Ohne Fachkenntnisse ist es sehr schwierig, bei den verschiedenen UV-Filtern den Überblick zu bewahren. Haben Sie zum Abschluss einen Tipp für Laien?

«Darauf gibt es leider keine allgemeine Antwort. Letztlich entscheiden die persönlichen Hautbedürfnisse und der Lebensstil darüber, welche Sonnenschutzkombination am besten passt. Sich in seiner Haut wohl fühlen und sich bei Unklarheiten am besten von einer Fachperson (Arzt, Apotheker, Drogist) ausführlich beraten lassen, sind glaube ich gute Ratschläge!»

Worin unterscheiden sich die verschiedenen UV-Filter? Warum sind einige verboten? Diese und viele andere Fragen werden im grossen FAQ über Sonnenschutzfilter auf sonrisa beantwortet.
Bild: Jehona Abrashi

Sponsored: Dieser Beitrag wurde bezahlt und entstand in wunderbarer Zusammenarbeit mit Lubex Anti-Age.

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