… oder: was ich während meiner Laufbahn als Bloggerin  sowie unlängst am Influencer-Event #Moveit* dank des Vortrages der famosen Anne Höweler von der deutschen Influencer-Agentur Cover PR über das Bloggen und Kooperationen mit Firmen gelernt habe:

*neben der Tatsache, dass es mir riesigen Spass machte, mich mit wirklich vielen tollen Menschen vor der Sponsorenwand fotografieren zu lassen, wie Du hier sehen kannst…

 

 

Transparenz

 

Wie bereits im ersten Teil dieser Mini-Serie erwähnt, ist die Glaubwürdigkeit für mich die wichtigste Währung beim Bloggen. Das gilt für den Auftritt, den Inhalt – und den Umgang mit der Leserschaft, die jederzeit ganz klar informiert werden sollte, wenn ein Beitrag bezahlt worden ist. Auf dem Blog genau so wie auf Social Media.

Aus ethischen Gründen, und, so wie es aussieht, wohl bald auch aus rechtlichen Gründen.

 

Klarheit schaffen

 

Gerade weil so vieles in der Blogger-Branche im Umbruch ist, erlebe ich es immer wieder, dass viele Firmen in Bezug auf digitale Partnerschaften noch keine klare Strategie haben und entsprechend mit zum Teil mit eher ungenauen – manchmal sogar auch absolut unrealistischen – Vorstellungen über eine Kooperation auf mich zukommen.

Darum lohnt es sich immer, erst einmal nachzufragen, was der Kunde überhaupt möchte: Den Brand bekannter machen? Das Verlinken auf eine Shopping-Plattform? Über eine neue Lancierung informieren? Einen Testbericht? Mehr Umsatz? Geht es um eine allgemeine Image-Kampagne?

Je nach Antwort wird schnell klar, ob ein Blog die Erwartungen des Kunden erfüllen kannt – oder eben auch nicht. Sei es, weil das Profil und die Zahlen des Blogs und der Social Media Plattformen nicht den Anforderungen genügen oder ganz einfach, weil der gemeinsame Nenner in Form gleicher Werte folgt. Womit wir beim nächsten grossen Thema wären:

 

Qualität statt Quantität

 

Authentizität zum Zweiten: Zu meiner grossen Freude findet gemäss Anne Höweler findet – zumindest bei den Firmen in Deutschland – langsam aber sicher ein Umdenken statt, das man am besten zusammenfassen könnte mit „Klasse statt Masse“.

Will sagen: Statt wahllos das Marketingbudget in jene Influencer mit der grössten – allenfalls gekauften – Reichweite zu investieren, geht der Trend bei vielen Brands inzwischen hin zu langfristigen Kooperationen mit ausgewählten Blogs, die sowohl durch qualitativ wertige Inhalte als auch durch gemeinsame Werte überzeugen.

Um sicher zu stellen, dass bei einer Kooperation wirklich alle Beteiligten profitieren, empfiehlt sich darum das vorgängige gemeinsame Erarbeiten eines individuellen Konzepts. Der damit verbundene Zeitaufwand ist zwar nicht zu unterschätzen, relativiert sich aber langfristig gesehen, weil bei einem guten Briefing die Umsetzung meist reibungslos verläuft.

 

Choose wisely…

 

… das gilt natürlich nicht nur für die Firmen, sondern auch für die andere Seite: Selbst wenn gewisse Angebote aus einer rein wirtschaftlichen Perspektive sehr verlockend sind, sollten Kooperationen nicht nur nach dem finanziellen, sondern vor allem nach dem inhaltlichen Aspekt ausgewählt werden. Nur wenn das Konzept auch wirklich einem bestimmten Blog passt oder man bei der Umsetzung so viel Freiheit bekommt, dass man sich selbst treu bleiben kann, handlt es sich um eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Ich habe zum Beispiel entschieden, meine Meinung nicht zu verkaufen und biete in der Folge keine bezahlten Testberichte an. Das ist mir wichtig, das habe ich meiner Leserschaft versprochen und aus diesem Grund lehne ich sehr viele Angebote ab, die zum Teil sehr gut bezahlt wären. Nein zu sagen ist nicht immer einfach – vor allem wenn viel Geld auf dem Spiel steht –, scheint mir aber auf lange Sicht die beste weil nachhaltigste Taktik zu sein.

Eine sorgfältige Selektion der Partner-Firmen macht übrigens auch deshalb Sinn, weil die Firmen mittlerweile ziemlich genau hinschauen, mit wem ein Influencer sonst noch alles zusammenarbeitet, bevor sie sich zu einer Kooperation entscheiden. Logisch, eigentlich, schliesslich möchte ein Unternehmen sich jeweils auf jenen Plattformen profilieren, die zum eigenen Image passen. Wer wahllos alle gut bezahlten Angebote annimmt, füllt zwar kurzfristig das Konto, kann aber allenfalls künftige Kunden abschrecken damit.

 

Auf den Inhalt kommt es an

 

Die Auswahl der Kooperationspartner ist also nicht zu unterschätzen. Mindestens so wichtig sind aber all die unbezahlten Inhalte, die man verfasst: Sei es aus persönlichem Interesse an einem so genannten Love-Brand oder weil man damit der Leserschaft auf irgend eine Weise einen Mehrwert bieten kann. Im Idealfall ergibt sich daraus eine Partnerschaft – und ansonsten hat man einfach tollen Content.

Statt bei einer Kontaktaufnahme durch eine Firma reflexartig die Preisliste zu zücken und im Falle einer Absage die entsprechende Firma durch Ignorieren abzustrafen, ist darum oft ein Eigentor. 

Umgekehrt lohnt es sich, auch mal aktiv auf einen Love-Brand zuzugehen: Ein persönliches Anschreiben – allenfalls mit Links zu bisherigen Berichten – sowie vielleicht sogar ein Grobkonzept für eine potentielles gemeinsames Projekt kann nämlich viele Türen öffnen. Gerade weil es immer mehr Blogs gibt, sind die Firmen mittlerweile auf diese Form von Aktivismus angewiesen.

 

Analyse

 

Die nachträgliche Auswertung der Zahlen eines bezahlten Inhaltes – egal ob auf Social Media oder auf einem Blog – gehört genau so zum professionellen Service wie die vogängige Besprechung des Konzepts sowie ein ansprechend aufbereitetes Mediakit mit den wichtigsten Kennziffern.

 

Kinderstube

 

Obwohl es im Grunde die logischste Sache der Welt ist, möchte ich hier einfach nochmals erwähnt haben, dass gute Manieren nie aus der Mode kommen werden. Freundlichkeit, Respekt, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und ein professionelles Auftreten haben entsprechend immer Saison – auch oder vielleicht sogar gerade in der digitalen Welt, die im ständigen Wandel ist.

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