… erfährst Du hier auf sonrisa von der japanischen Beauty-Expertin Miyabi Kumagai, die mir während der Presse-Präsentaiton von Shiseido im exklusiven Interview erklärt hat, warum der Begriff «J-Beauty» in Japan selbst gar nicht existiert und was wir von den Japanerinnen in Sachen Schönheit noch alles lernen können.

Beauty-Expertin Miyabi aus Japan erklärt auf sonrisa, worum es geht bei J-Beauty und was wir von den Japanerinnen noch alles lernen können in Bezug auf echte Schönheit.

Seit rund zwei Jahren wird J-Beauty als neuer Trend aus Asien abgefeiert und trotzdem ist vielen von uns im Westen nicht genau klar, worum es geht dabei. Können Sie uns das Konzept von J-Beauty in drei Sätzen zusammenfassen?

«J-Beauty als Überbegriff für Schönheitsrituale aus Japan ist eine ganzheitliche Philosophie, bei welcher das Vorbeugen von Hautproblemen im Zentrum steht. Damit der Teint gesund und strahlend bleibt, setzen wir bereits in jungen Jahren auf ein ausgiebiges Beauty-Programm mit wirklich wirksamen Produkten. Gleichzeitig spielt auch die innere Schönheit eine wichtige Rolle, das heisst, wir kümmern uns im Namen der Schönheit nicht nur um die Haut, sondern auch um unser Wohlbefinden.»

Noch älter als der Hype um J-Beauty ist jener um K-Beauty, also Schönheit aus Korea. Inwiefern unterscheiden sich die beiden voneinander?

«Im Gegensatz zu den Koreanern, welche den Begriff ‘K-Beauty’ ganz bewusst als Marketing-Botschaft lanciert haben, stammt der Ausdruck nicht ‘J-Beauty’ aus Japan, sondern ist ein Konstrukt aus dem Westen für die westliche Kundschaft. Die meisten Japaner haben darum keine Ahnung, was gemeint ist mit J-Beauty.»

Gibt es neben den formalen auch inhaltliche Unterschiede zwischen K- und J-Beauty?

«Oh ja, und wie! K-Beauty-Produkte werden sehr schnell entwickelt, sie sind immer auf die neusten Bedürfnisse ausgerichtet, die Verpackung spielt eine grosse Rolle und sie haben oft eine kurze Halbwertszeit, weil es immer wieder neue Innovationen gibt. Im Augenblick stagniert der Markt, es ist ruhig geworden, weil man sich satt gesehen hat daran im Westen, aber das wird sich bestimmt wieder ändern.

J-Beauty wiederum ist nicht auf schnelle Resultate ausgerichtet, sondern auf Glaubwürdigkeit und Effizient. In Japan muss jedes Produkt einen bestimmen Zweck erfüllen, es geht um echte und nachhaltige Resultate. Erst wenn ein Produkt wirklich erwiesenermassen wirksam ist, kommt es auf den Markt. Die Entwicklungszeit dauert bei uns darum viel länger, nicht zuletzt auch aus Gründen der Sicherheit.»

Was kann der Westen lernen von J-Beauty?

«Im Westen ist alles darauf angelegt, Probleme zu lösen.

Japaner hingegen setzen auf Prävention und verhindern damit, dass es gar nicht erst zu Problemen kommt. Die Hautpflege ist ein ganzheitliches Ritual, bei dem auch eine ausgewogene Ernährung und ein ausgeglichener Geist eine grosse Rolle spielen. Auf diese Weise wird Beauty zu einer Zeremonie für einen selbst.

Dieser Gedanke ist sicher auch für eine westliche Kundschaft interessant.»

Gibt es weitere Beauty-Tipps aus Japan, die wir unbedingt kennen sollten?

«Ziemlich viele sogar, aber aus Platzgründen beschränke ich mich hier auf die drei wichtigsten:

Ernährung:

Gut zu essen hat nicht nur einen grossen Einfluss auf das Körpergewicht, sondern auch auf die mentale Gesundheit. Am besten funktioniert das, wenn man sich mit möglichst vielen natürlichen Lebensmitteln ernährt, die gerade aktuell Saison haben. In Japan ernähren sich fast alle nach diesen einfachen Regeln – weil sie sich bewährt haben.

Reinigung:

Extrem wichtig ist auch eine gründliche Reinigung der Haut am Abend nach der Methode des Doppelreinigung. Um die über Nacht ausgeschiedenen Giftstoffe zu entfernen, sollte man sich auch am Morgen ausreichend Zeit nehmen für die Reinigung. Das braucht zwar ein wenig mehr Zeit als eine kurze Dusche oder eine Abreibung mit dem Waschlappen, aber der Aufwand lohnt sich und man hat im wahrsten Sinne des Wortes einen frischen Start in den Tag.

Einklopfen:

In Japan werden Pflegeprodukte beim Auftragen nicht einfach schnell eingerieben, sondern mit ganz leichten Klopf-Bewegungen einmassiert in die Haut. Wir machen das, um die Haut nicht unnötig zu stressen und gleichzeitig wird mit dieser Methode die Zirkulation stimuliert, was zu einem rosigen Hautbild führt.»

Das tönt alles sehr spannend und sinnvoll. Kann auch J-Beauty etwas lernen von den Brands aus dem Westen?

«Viele Rituale in Japan sind alte Traditionen, die von einer Generation zur nächsten übergeben werden. Wenn man diese Routine mit modernen Technologien und Forschungsergebnissen aus dem Westen kombiniert, ergibt sich ein ganz neues Feld.

Wir von Shiseido bieten darum eine gute Mischung aus beiden Welten an, indem wir in unseren Produkten neben dem überlieferten Wissen unserer Vorfahren auch neue Trends nach dem letzten Stand der Wissenschaft integrieren.»

Werfen wir noch einen Blick in die Kristallkugel: Was kommt als nächstes bei J-Beauty?

«Aktuell reden wir in Japan viel über den Einfluss des Nervensystems auf die Haut und dieses Thema wird uns sicher auch in Zukunft noch beschäftigen. Ebenfalls viel Potential hat die Forschung der Darmgesundheit, wo wir erst am Anfang stehen. Es gibt also noch viel zu entdecken.»

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