New York ist ohne Zweifel eine grossartige Stadt. Vielleicht nicht die allerschönste – diesen Titel möchte ich ein anderes Mal in Ruhe vergeben –, aber in Sachen ‚Attraktivität allgemein‘ belegt The City auf der Liste meiner liebsten Reise-Ziele ganz klar einen Spitzenplatz. Ohne dass ich genau in Worte fassen könnte, was die Faszination für den grossen Apfel ausmacht. Weil jeder Versuch in abgelutschten Klischees enden würde, die Dich langweilen und mich als das ultimative Provinz-Ei qualifizieren täten.

Stattdessen gibt es heute eine neue Ausgabe der Rubrik #sonrisaenroute mit den Höhepunkten unserer Ferien in New York, wo wir die vergangenen Tagen zuerst in Manhattan und anschliessend in Brooklyn verbrachten. Und dabei unzählige (Beauty-)Glücksmomente erlebten, die möglicherweise auch Dich interessieren könnten. 

Backstage im Hauptquartier von Estée Lauder

Die Haushälterin hatte eben begonnen, den prächtigen Kronleuchter im Esszimmer zu putzen, als sie von der Chefin unterbrochen wurde: «Ich zeige Dir jetzt mal, wie das geht», soll Beauty-Legende Estée Lauder gesagt haben, während sie sich mit dem Staubwedel an die Arbeit machte, den sie zuvor ihrer verdutzten Angestellten abgenommen hatte. Zwanzig Minuten später war die Lampe blitzsauber – und Miss Lauder sehr zufrieden.

«Solche Geschichten sind typisch für Estée Lauder», erzählte uns die reizende Chelsea, von der wir im Rahmen einer exklusiven Beauty-Tour durch die Räumlichkeiten des Hauptsitzes von Estée Lauder im GM Gebäude an der Fifth Avenue geführt wurden und dabei nicht nur einen grossartigen Blick auf die Stadt genossen, sondern auch viele spannende Anekdoten über die Kosmetik-Pionierin erfuhren, die für mich zu den inspirierendsten Persönlichkeiten in dieser Branche gehört. In erster Linie, weil sie von Anfang an das Ziel verfolgte, in jeder Frau die innere Schönheit zu finden und ihr dabei zu helfen, diese Schönheit zu unterstreichen.

Oder, wie Estée Lauder immer wieder betonte: «Es gibt keine hässlichen Frauen – nur solche, die sich nicht um sich kümmern oder glauben, sie seien nicht attraktiv.»

Gleichzeitig, und auch das finde ich extrem beeindruckend, stand die als Josephine Esther Mentzer geborene Estée Lauder bis ins hohe Alter wahnsinnig gerne am Counter. Dabei legte sie nach Angaben von Chelsea regelmässig persönlich Hand an – «sie liebte es, die Frauen zu schminken» – und verteilte dabei oft auch kleine Gratis-Muster, um die Kundschaft von ihren Produkten zu überzeugen. Nicht, dass die erfolgreiche Unternehmerin das wirklich nötig gehabt hätte, «aber ihr war der direkte Kontakt mit der Kundschaft schon immer ein extrem wichtiges Anliegen», sagte Chelsea. Dabei habe Estée keinen Unterschied zwischen einer Farmerin aus dem Hinterland oder prominenten Freundinnen wie Fürstin Gracia Patricia von Monaco gemacht, deren Foto im ehemaligen Büro von Estée Lauder steht, wo unserer Rundgang aufhörte, für den ich mich beim gesamten Team von ganzem Herzen bedanken möchte!

Beauty-Shopping in Manhattan

Obwohl es zu meinem grossen Entzücken mittlerweile auch in diversen Manor-Filialen einen Sephora-Counter gibt, gehört ein Besuch im Mutterschiff aller Beauty-Stores für mich bei jeder Reise in die USA genau so zum Pflichtprogramm wie die Angabe eines falschen Namens bei Starbucks («Rachel Green» ist mein Favorit, dicht gefolgt von «Chuchichäschtli» oder «Superwoman», wobei das manchmal für Diskussionen sorgt…) – weil es dort viele (Naturkosmetik-)Artikel gibt, die bei uns – noch? – nicht erhältlich sind wie etwa die grossartigen Lippenstifte von Bite Beauty oder die Produkte von Josie Maran.

Ebenfalls eine tolle Auswahl an Naturkosmetik sowie viele Nahrungsergänzungsmittel mit Adaptogenen (dazu mehr in einem späteren Artikel) gibt es auch bei Follain sowie bei Cap Beauty, wo ich mich mit verschiedenen Testprodukten eindeckte und dabei die Kreditkarte zum Glühen brachte – natürlich alles nur zur Recherche, *hüstel*.

Food Shopping in Red Hook

Lag es an meinem Armband von Cajoy mit Ankermotiv, das ihn zu seinem Insider-Tipp inspirierte?

Auf jeden Fall legte uns Airbnd-Gastgeber Daniel aus Brooklyn den Besuch des Hafengebietes Red Hook ans Herz. Dort, direkt am Wasser, befinde sich nämlich eine Filiale des Fairway Markets, wo man auf dem vorgelagerten Sitzplatz die eingekauften Köstlichkeiten mit Sicht auf die Skyline und die Freiheitsstatue geniessen könne, «das müsst ihr unbedingt machten, vor allem bei schönem Wetter ist der Blick einmalig!».

Für den Fall, dass wir bei Fairway trotz der gigantischen Auswahl an frischen Lebensmitteln nicht fündig würden – allein die Salatbar ist der Hammer und von den zahlreichen Süssigkeiten fange ich gar nicht erst an… –, empfahl uns Daniel ausserdem den nahe gelegenen Sandwich-Shop Defonte’s, in dem nach Angaben des Liebsten «die besten Sandwiches von New York» verkauft werden (Achtung, nur zur Mittagszeit!).

Vintage Shopping  bei Crossroads

Gut erhaltene gebrauchte Einzelstücke – darunter viele Markenprodukte –, alle sehr übersichtlich präsentiert und zu unschlagbar günstigen Preisen bietet die Secondhand-Kette Crossroads an, in der das Kind und ich uns bereits während früheren Reisen an der Westküste eingedeckt haben.

Entsprechend gespannt waren wir auf die Filialen in Brooklyn und Manhattan, die es in jeder Hinsicht mit jenen von Kalifornien aufnehmen können. So habe ich unter anderem ein Paar Jeans von J Brand, Schuhe von Charlotte Olympia (an denen auch das Kätzchen Gefallen fand)  sowie einen hübschen Jumpsuit für den Sommer gefunden, ohne mich dafür ruinieren zu müssen.

Jackpot!

Nightlife

Um ganz ehrlich zu sein, ging es uns beim Konzert von Leela James und Daley weniger um die Künstler als viel mehr um den Ort, an dem sie auftraten: Das unter Denkmalschutz stehende Apollo Theater im Stadtteil Harlem ist bekannt als Sprungbrett für die Karriere vieler Superstars, darunter Aretha Franklin, Jimi Hendrix, Ella Fitzgerald, Elvis Presley oder Michael Jackson, der hier Ende der 60er-Jahre als Zehnjähriger mit seiner Familienband «Jackson Five» entdeckt wurde.

Besonders berühmt ist die «Amateur Night» am Mittwoch Abend, bei der sich unbekannte Musiker und Tänzer dem Publikum stellen. Leider waren die Karten dafür bereits ausverkauft und so kam es, dass wir im Apollo Theater den Auftritt zweier uns völlig unbekannte Musiker sahen, die uns beide auf ihre eigene Art voll überzeugten.

Zuvor, das nur am Rande, genossen wir noch ein hervorragendes Abendessen im nahen Restaurant Friedman’s, von dem ich leider keine eigenen Bilder habe, aber dafür von Herzen den Vorspeisen-Teller mit Süsskartoffeln-Fries, geröstetem Blumenkohl und frittiertem Rosenkohl empfehlen kann.

Good morning!

A propos Essen: Nur einen Block von unserer Airbnb-Wohnung an der Upper Westside entfernt befindet sich das Delikatessen-Geschäft «Zucker Bagels», von dem die Autoren des Magazins ‚Time out NY’ sagen, es habe «die besten Bagels von New York», was das Kind gerne bestätigt.

Ebenfalls sehr lecker ist aber auch der Kaffee bei Zucker sowie die kleinen Brownies an der Theke, denen ich so gut wie nie widerstehen konnte…

Fun City Tattoo

Ursprünglich stand ein Besuch bei Promi-Tätowierer Jon Boy auf dem Programm, den ich im vergangenen Jahr für ein Interview mit der Schweiz am Wochenende getroffen hatte und bei dem ich mir bei dieser Gelegenheit ein Mini-Tattoo stechen liess.

Wegen der langen Warteliste mussten wir diesen Plan aber bald verwerfen und so landeten wir über Umwege im «ältesten Tattoo Studio von Manhattan», wo ich mich beim umwerfend netten Tattoo Artist Will auf den Schragen legte.

Das Resultat dieser Begegnung bei Fun City Tattoo heisst «Lucky Luci», ist ein winziges Einhorn und eine wunderbare Erinnerung an diese traumhaft schönen Familienferien mit dem Liebsten, dem Kind und meinem Papi in einer meiner liebsten Städte!

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