Text-Aufträge, Geschäfts-Essen, Konzepte entwickeln, Mails beantworten: Weil zur Zeit grad ziemlich viel los ist im sonrisa-office, übergebe ich an dieser Stelle voller Freude das Wort an meine reizende Journalisten-Kollegin Barbara Halter*, die für mich als Gastbloggerin ein unglaublich spannendes Interview mit der Yoga-Expertin Danielle Rosati führte über Katonah Yoga, gefaltete Wäsche und ganzheitliche Beauty-Rituale im Winter.

 

Gastbloggerin Barbara spricht mit Yoga-Legende Danielle Rosati über Katonah-Yoga, faltbare Gliedmassen und Beauty-Rituale für den Winter.

 

«New York City ist die Yoga-Stadt. Manhattan und Brooklyn sind voller Studios und man findet alle möglichen – und unmöglichen – Arten von Yoga. Ich selbst praktiziere seit ein paar Jahren Iyengar-Yoga und wollte während eines längeren Aufenthalts in New York die Gelegenheit nutzen und Neues ausprobieren. So bin ich zu The Studio und Katonah Yoga gekommen.

Zur Erklärung: Katonah Yoga wurde in den achtziger Jahren im gleichnamigen Städtchen in Upstate New York begründet. Für diese Art von Yoga eingenommen, haben mich die vielen Props wie Stühle, Gürtel oder Blöcke, mit denen in den Stunden gearbeitet wird.

‘Kenne ich vom Iyengar, dachte ich mir. Easy’. Und war dann nach der ersten Stunde bei Abbie Galvin so fix und fertig, dass ich danach zu Hause zwei Stunden tief schlummerte.

Viele Bewegungen und Positionen im Katonah Yoga waren neu für mich. Ungewohnt fand ich auch den atelierhaften Charakter der Stunde, in denen die Schüler einander viel berühren und sich gegenseitig in die richtige Körperhaltung bringen. Aber ich wollte unbedingt wieder hin. Wollte dieses leichte Körpergefühl und den klaren Geist, den ich nach den neunzig Minuten spürte, wieder erleben.

Meine zweite Katonah-Lektion hatte ich dann bei Danielle Rosati, 34, – und war danach total begeistert von der strahlenden Ausstrahlung dieser charismatischen Frau, die nicht auf der Yoga-Matte, sondern  auch im Gespräch unglaublich inspirierend ist, wie Ihr gleich lesen könnt!»

 

Gastbloggerin Barbara spricht mit Yoga-Legende Danielle Rosati über Katonah-Yoga, faltbare Gliedmassen und Beauty-Rituale für den Winter.

Gastbloggerin Barbara spricht mit Yoga-Legende Danielle Rosati über Katonah-Yoga, faltbare Gliedmassen und Beauty-Rituale für den Winter.

 

Ich verlasse die Klassen jeweils voller neuer Eindrücke. Bis jetzt kann ich Katonah Yoga noch nicht so richtig fassen. Worauf gründet der Stil?

«Er basiert auf Hatha Yoga, den Prinzipien des Taoismus, der chinesischen Medizin und der Sacred geometry. Der grosse Unterschied zum Yoga wie es die meisten kennen ist, dass Katonah nicht auf dem Hinduismus basiert. Es gibt keinen Guru, der Lehrer ist nicht an der Front sondern mittendrin, die Stunden verlaufen gemeinschaftlich.»

 

Nach welcher Struktur wird im Katonah Yoga eine Lektion aufgebaut?

«Jeder Lehrer macht dies etwas unterschiedlich. Ich beginne meine Stunden meist mit dem unteren Körper und dem Becken, der primären Wärmequelle des Körpers. Zum Beispiel mit Katze-Kuh-Übungen. Im Katonah wird der Körper in drei Stockwerke eingeteilt. Wenn der Unterkörper nicht organisiert ist, kann man nicht aufbauen.»

 

Das Organisieren des Körpers, die Ausrichtung, ist beim Katonah essentiell. Wie funktioniert das?

«Man kann es mit Wäsche falten vergleichen: vielleicht bist du der Typ, der alles chaotisch zusammenstopft. Gehst du in ein Geschäft geht, haben sie dort ein Konzept, wie die Kleider gefaltet werden. Alles schaut hübsch und geordnet aus.

Beim Katonah Yoga ist das ähnlich. Wir richten unseren Körper nach einem Ideal aus. Zuerst passiert die Ausrichtung von aussen. Man beginnt mit der Architektur einer Pose. Lernt zum Beispiel wo bei der ‘Taube’ das Knie hinkommt.

Die Organisation geschieht aber auch innerlich, indem wir uns die Ausrichtung des Körpers imaginieren. Dies alles beeinflusst unsere Organe. Man schafft ihnen mehr Platz. Meine Lunge arbeitet auch wenn ich einen krummen Rücken mache. Aber wenn ich den Vorderkörper öffne und das Schlüsselbein hebe, dann funktioniert sie optimal.»

 

Gastbloggerin Barbara spricht mit Yoga-Legende Danielle Rosati über Katonah-Yoga, faltbare Gliedmassen und Beauty-Rituale für den Winter.
Bild: Alex Kikis

 

Wie kamst du zu Katonah Yogah?

«Ich bin im Ort Katonah aufgewachsen, lebte danach aber in Kalifornien und arbeitete als Health Coach. Als mein Freund und ich uns trennten, zog ich wieder zu meinen Eltern. Der Abschied von Kalifornien fiel mir schwer, aber ich brauchte etwas Neues.

Ich kenne die Tochter von Nevine Michaan, die Begründerin des Katonah Yogas, und wusste, dass Nevine eine grossartige Yoga-Lehrerin ist. Die Stunde bei ihr hat mich umgehauen und so begann ich bei ihr zu studieren. Es fühlte sich so an, als wäre ich dafür nach Hause gerufen worden. Das war ungefähr vor zehn Jahren.»

 

Wie hat Katonah Yoga dein Leben verändert?

«Es passierte langsam, aber für mich hat sich alles geändert: die Beziehung zum Körper, das Denken. Durch die Strukturiertheit fühle ich mich sicherer in meinem Körper und meinem Geist. Ich war plötzlich fähig, Dinge loszulassen, die mich beeinträchtigen und Sachen zu behalten, die mir wirklich Freude bereiten.»

 

Beim Katonah Yoga spielen auch die Jahreszeiten eine Rolle, die Übungen werden je nach Saison angepasst. Hast du Tipps, um im Winter gesund und fit bleiben?

«Genug Schlaf bekommen ist alles! Was ich im Winter ausserdem liebe, ist Dry Body Brushing. Dafür streich man mit speziellen Bürsten auf der trockenen Haut von aussen Richtung Herz. Das ist super fürs Lymphsystem.

Um körperlich und geistig gesund zu bleiben, achte ich sehr auf Mundhygiene. Mit Zahnseide zum Beispiel. Ich mache aber auch Ölziehen. Ich nehme Kokosnuss-Öl, gebe meine Probiotika rein, bewege alles zwanzig Minuten im Mund und spucke dann alles aus.

Mit diesen Ritualen komme ich sehr gut durch den Winter und bleibe fit, bis endlich wieder Sommer ist.

PS: Vom 31. Januar bis 2. Februar unterrichte ich im Basler Studio The Looking Glass. Vielleicht sehen wir uns dort? Das würde mich sehr freuen!»

 

Gastbloggerin Barbara spricht mit Yoga-Legende Danielle Rosati über Katonah-Yoga, faltbare Gliedmassen und Beauty-Rituale für den Winter.

 

*Barbara Halter ist Journalistin, Foodie und eben zurück in die Schweiz gekommen nach drei Monaten New York City. Neben Yoga hat sie sich auch durch die vielen Ramen-Shops durchprobiert, mehr dazu auf ihrem Reise- und Vegi-Blog www.albertines.ch (unbedingt folgen!).

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