Dein inneres Faultier hat Dich grad fest im Griff und Du verbringst am liebsten den ganzen Tag mit einem heissen Getränk daheim?

Gut so, Darling, denn nach den Feiertagen hast Du Dir diese kleine Pause mehr als nur verdient, für die ich Dir in der neusten Ausgabe der Kultur-Tipps meine persönlichen Empfehlungen zum Lesen, hören und schauen zusammengetragen habe.

Falls Du umgekehrt auch noch gute Tipps hast, bin ich natürlich sehr dankbar, zumal auch bei mir eine Runde Faulenzen auf dem Programm steht…

In den sonrisa Kultur Tipps vom Dezember 2020 gibt es neue Empfehlungen zum Lesen, Schauen und Hören.

Lesen

Ghosts von Dolly Alderton

«Du weisst, dass ein Buch den Nagel auf den Kopf getroffen hat, wenn Du schon vor dem Ende entschieden hast, welchem Deiner Freund*Innen Du es weitergeben wirst», heisst es in The Evening Standart sehr treffend über das neue Buch von Dolly Alderton, das mich noch mehr begeistert als ihre unglaublich coolen Frisur mit Fransen à là Brigtte Bardot, von denen ich selbst auch schon länger träume…

Doch während der Entscheidungsprozess in Sachen Hairstyling noch läuft – Deine Einschätzung dazu ist jederzeit willkommen, Darling! -, bin ich jetzt schon ziemlich sicher, dass die britische Autorin mit ihrem ersten Roman «Ghosts» an den Erfolg ihres Erstlingswerks «All I know about love» anknüpfen wird.

Denn Alderton versteht es wie nur wenige, die scheinbar typischen Herausforderungen einer erfolgreichen Single-Frau Anfangs 30 in der Grossstadt mit einer wunderbaren Mischung aus viel Witz, Genauigkeit sowie Zärtlichkeit zu beschreiben.

Das Resultat ist eine liebevoll und absolut brilliant geschriebene Ansammlung von Beobachtungen über die Tücken von Onlinedating, den Generationenkonflikt mit den Eltern sowie das Entfremden zwischen alten Freundinnen, die im gleichen Mass für spontane Lacher als auch für feuchte Augen sorgen. Und damit noch lange nachklingen, wenn man das Buch schon lange aus der Hand gelegt hat.

Hören 

Dolly Alderton, grad nochmals, dieses Mal aber als Co-Gastgeberin des famosen Podcasts «The High Low», in dem sie seit 2016 jeweils einmal pro Woche mit der ebenfalls bezaubernden Pandora Sykes frei nach dem Motto «das Leben lässt sich am besten ertragen mit einer Kombination aus Trivialem und Politik» verschiedene aktuelle Themen besprochen hat. Bis vor kurzem zumindest, denn jetzt ist Schluss mit lustig, was mich sowie viele andere Fans natürlich sehr traurig macht.

Zum Trost gab es ein famoses Finale von über zwei Stunden mit vielen lustigen, spannenden, sowie sehr berührenden Ein- und Rückblicken hinter die Kulissen eines Podcasts, den ich schmerzlich vermissen werde.

Schauen

The Undoing

Nach «Schweigen der Lämmer» konnte ich während eines ganzen Monats nur bei Licht einschlafen und selbst die Lektüre von eigentlich total harmlosen «Mrs Marple»-Krimis führte bei mir oft Alpträume.

Dass es die von HBO produzierten Thriller-Serie «The Undoing» (auf Sky zu sehen) trotz meines doch eher zarten Nervenkostüms auf diese Liste geschafft hat, liegt

a) am hervorragenden Cast mit der wie üblich ziemlich festgezurrten Nicole Kidman sowie dem extrem nicht festgezurrten und darum immer noch irre charismatischen Hugh Grant in den Hauptrollen

b) den tollen Filmsets an der Upper East Side in New York, wo die Reichen und Mächtigen unter sich bleiben

c) der Handlung, bei der es salopp darum geht, wie ein Mordfall das scheinbar perfekte Leben einer wohlhabenden Familie in New York in den Grundzügen durcheinanderbringt

d) dem gemächlichen, aber nicht zu langsamen Tempo

… sowie einem grossartig aufgebauten Spannungsbogen, gegen den der Angsthase in mir schlicht keine Chance hatte.

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