Ob zwischen zwei Terminen, an einem gemütlichen Sonntag oder um sich kurz aus dem Alltag auszuklinken – kleine Pausen sind wichtig und tun immer gut.  Zur Inspiration dafür gibt es hier neue Empfehlungen von mir zum Lesen, Hören und Schauen, die Du natürlich gerne im Kommentar ergänzen darfst mit Deinen eigenen Tipps.

Ein freier Tag mitten in der Woche, ein bisschen mehr Luft im Kalender – manchmal braucht es gar nicht viel, um die Batterien wieder aufzuladen. In dieser Ausgabe von Lesen, Hören und Schauen gibt es passende Empfehlungen für genau solche kleinen Pausen: Ein Roman, der berührt; ein Podcast, der inspiriert und eine Serie, die man nicht so schnell vergisst.

Ganz viel Spass, Sweetheart!

In der neuen Ausgabe der Rubrik "Lesen, Hören und Schauen" auf sonrisa geht es um starken Debütroman, einen inspirierenden Podcast und eine Serie, die noch lange nachhallt.
In der neuen Ausgabe der Rubrik "Lesen, Hören und Schauen" auf sonrisa geht es um starken Debütroman, einen inspirierenden Podcast und eine Serie, die noch lange nachhallt.
In der neuen Ausgabe der Rubrik "Lesen, Hören und Schauen" auf sonrisa geht es um starken Debütroman, einen inspirierenden Podcast und eine Serie, die noch lange nachhallt.
In der neuen Ausgabe der Rubrik "Lesen, Hören und Schauen" auf sonrisa geht es um starken Debütroman, einen inspirierenden Podcast und eine Serie, die noch lange nachhallt.
In der neuen Ausgabe der Rubrik "Lesen, Hören und Schauen" auf sonrisa geht es um starken Debütroman, einen inspirierenden Podcast und eine Serie, die noch lange nachhallt.

Lesen

Kate Fagan: The Three Lives of Cate Kay

Eine Autorin auf der Flucht, ein Weltbestseller unter falschem Namen und eine Vergangenheit, die sich nicht länger verbergen lässt: The Three Lives of Cate Kay von Kate Fagan beginnt wie ein raffinierter Thriller, entfaltet sich aber bald zu einem tiefgründigen Roman über Identität, Verlust, Liebe und die Kunst, sich selbst neu zu erfinden.

Im Zentrum steht – big surprise, haha – Cate Kay, oder besser gesagt: die Frau hinter diesem Namen. Nach aussen hin ist sie die gefeierte Schöpferin einer Roman-Trilogie inklusive anschliessender Verfilmung. Doch Cate Kay gibt es gar nicht. Es ist das Pseudonym einer Frau mit einer bewegenden Geschichte, der sie während vielen Jahren zu entkommen versuchte. Die Gründe dafür liegen in ihrer Jugend, in einem schicksalhaften Tag, an dem sich ihr Leben für immer veränderte. Als diese Vergangenheit sie einholt, beginnt eine Reise zurück in Vergangenheit und das Verdrängen nimmt ein jähes Ende. 

Für mich ist das Debüt von Kate Fagan eines dieser seltenen Werke, das mit jeder Zeile dichter wird, mit jeder Wendung spannender und mit jeder Figur lebendiger. Viele Kritikerinnen sprechen von einem «literarischen Wandteppich», und das trifft es erstaunlich gut: Die wechselnden Perspektiven und Zeitebenen sind klug verwoben, die Charaktere gleichermassen glaubwürdig wie ungeschönt. Man muss die Darstellerinnen nicht immer mögen, aber man glaubt ihnen jedes Wort.

The Three Lives of Cate Kay ist meiner Meinung nach das perfekte Buch für alle, die gerne tief in Figuren und ihre Beweggründe eintauchen. Für Leser:innen, die sich nach Büchern sehnen, die emotional fordern, ohne kitschig zu sein. Und für alle, die sich selbst schon einmal gefragt haben, ob es möglich ist, noch einmal bei Null anzufangen. Wer (queere) Liebesgeschichten, starke Frauenfiguren und narrative Komplexität liebt, sollte sich dieses Debüt nicht entgehen lassen.

Hören

Über den Bücherrand

Entdeckt habe ich den famosen Podcast «Über den Bücherrand» beim wunderbaren Book Love Festival von Orell Füssli, wo im Verlauf des Abends eine Podcast-Folge mit Nele Neuhaus und Steven Schneider live aufgezeichnet wurde. Als klassischer Büchernerd war ich natürlich im wahrsten Sinne ganz Ohr – und sofort begeistert von diesem Format irgendwo zwischen Buchclub und Lese-Empfehlungen. Zu verdanken ist das vor allem Moderatorin Sarah, die in diesem kurzweiligen Podcast sehr charmant, klug und mit spürbarer Liebe für Bücher durch Gespräche mit Expert:innen von Orell Füssli führt. Das Ergebnis sind echte literarische Entdeckungsreisen mit einer persönlichen Note.

Besonders hervorheben möchte ich die Folge «5 Bücher, die du nicht weglegen kannst», in welcher Social Media-Profi Belena ihre liebsten Krimis vorstellt: Ein Genre, um das ich normalerweise einen grossen Bogen machen – Thriller & Co rauben mir den Schlaf, zartbesaitet halt… –, hat es Belana geschafft, mich mit ihrer Begeisterung so zu packen, dass plötzlich sogar ein Fitzek auf meiner Leseliste steht (!).

Schauen

Adolescence

Die überall gefeierte Mini-Serie «Adolescence» auf Netflix ist keine leichte Unterhaltung, wie ich sie normalerweise mag, ganz im Gegenteil: Schon die erste Szene, in welcher ein 13-jähriger Junge am frühen Morgen noch im Pyjama aus seinem Kinderzimmer von einem Sondereinsatzkommando abgeführt wird, ist nicht nur für die betroffene Familie, sondern auch für das Publikum ein Schock.  Schnell entwickelt sich daraus ein Krimi-Drama, das so dicht, intensiv und beunruhigend erzählt wird, dass man sich dieser Kraft kaum entziehen kann. Ohne Schnitt gedrehte Szenen, verstörende Soundeffekte und ein nüchternes Setting verstärken das Gefühl, als wäre man vor Ort.

Über gerade mal vier Folgen erzählt «Adolescene» den fiktiven Fall des Teenagers Jamie Miller, der beschuldigt wird, eine Mitschülerin umgebracht zu haben. In jeweils knapp 60 Minuten erhält man nicht nur viele Einblicken in die Ermittlungen, sondern vor allem auch in Psyche eines Jungen, der ohne das Wissen seines erwachsenen Umfelds so lange mit toxischen Männlichkeitsidealen, sozialer Isolation und dem Einfluss der digitalen Welt konfrontiert wird, bis es schliesslich zur Eskalation kommt. Entsprechend geht es bei dieser Serie nicht um die Frage «wer hat es getan» bereits in der ersten Folge sieht man wie Jamie die Tat begeht –, sondern das «warum»: Wie konnte es so weit kommen, dass ein Kind aus einer normalen Mittelschicht-Familie mit liebevollen Eltern zum Mörder wird?

All das quasi in Echtzeit anzuschauen ist bisweilen kaum auszuhalten.

Es tut weh.

Aber es ist eben auch: extrem wichtig.

Ein Must-See sogar, finde ich, weil es daran erinnert, dass wir als Teil dieser Gesellschaft alle eine Verantwortung tragen. Für das, was wir sagen. Für das, was wir sehen. Für das, was wir zulassen. Dieser Meinung – und das wiederum macht Hoffnung – sind offenbar mittlerweile auch viele Eltern sowie Lehrer:innen, die den Film als Ausgangspunkt nehmen für Gespräche mit Jugendlichen über Leistungsdruck, psychische Gesundheit, Mobbing, Geschlechterrollen sowie digitale Radikalisierung.

Ich selbst, das einfach schon mal als Vorwegnahme, brauche als nächstes ganz klar wieder etwas flauschigere Serienkost für mein Gemüt. Aber «Adolescence» wird bleiben. Und das ist auch gut so.

Die Bilder machte lovely Anais, der Du unbedingt via Instagram auf auf @anaisindra folgen solltest. Dort kannst Du sie auch kontaktieren für Foto-Aufträge, just in case…