Mein erstes Tattoo liess ich im Jahre 2000 stechen. Es hat eine schöne Geschichte und eigentlich gibt es keinen Grund, das Tattoo nicht zu lieben. Ausser, dass es aussieht, wie Tattoos eben aussehen, die im Jahre 2000 gemacht wurden: Riesig, verschwommen – und in der Form eines chinesischen Schriftzeichens, von dem man mir sagte, es heisse «geliebte Person». Ob das stimmt, ist unklar, da ich es nie überprüfen liess. Aus Angst vor dem Resultat. Weil das Zeichen ja auch «Schweinefleisch süss-sauer» heissen könnte. Oder «klamme Hände». 

Diese Ungewissheit sowie die fehlende Ästhetik haben dazu geführt, dass ich schon länger mit dem Gedanken spielte, das Tattoo entfernen zu lassen und bereits einen Blogpost mit allen Fakten dazu verfasst habe. Als mir das Team der Margarethenklinik in Basel erzählte, dass dort solche Behandlungen durch Fachärzt:innen angeboten werden, war klar: Das mache ich jetzt!

Mein Jugend-Tattoo aus 2000 muss weg. Auf sonrisa erfährst du, wie die Entfernung per Pico-Laser wirklich läuft.

Vor der ersten Tattoo-Entfernung

Wie Du als regelmässige Besucher:in hier weisst, habe ich die Schmerzgrenze einer Diva, die schon beim Augenbrauenzupfen beinahe das Testament aufsetzt. Mein Puls beim Betreten der Margarethenklinik war deshalb trotz des ausgesprochen freundlichen Empfangs mindestens so hoch wie ein Rennpferd in der letzten Kurve vor dem Ziel. Ganz kurz erwog ich sogar den Abbruch des Experiments, doch letztlich überwog für einmal die Vernunft. Der Pico-Laser «PicoPlus» wird seit Jahren als Goldstandard bei der Tattoo-Entfernung gefeiert, und wenn er bei anderen Menschen die schriftlichen Überbleibsel alter Jugendlieben oder spontane Festival-Entscheidungen auslöschen kann, dann sicher auch mein 2000er-China-Rätsel plus zwei weitere kleine Tätowierungen.

«Je nach Grösse, Farbton und Alter des Tattoos braucht es zwischen sechs und zehn Sitzungen, bis die Tätowierung nicht mehr sichtbar ist» erklärte mir Dr. Roberta Vasconcelos, die mir während des Vorbereitungsgesprächs meine drei Tattoos mit einer Betäubungscrème behandelte.

Mein Jugend-Tattoo aus 2000 muss weg. Auf sonrisa erfährst du, wie die Entfernung per Pico-Laser wirklich läuft.
Mein Jugend-Tattoo aus 2000 muss weg. Auf sonrisa erfährst du, wie die Entfernung per Pico-Laser wirklich läuft.

Knapp 20 Minuten später begann die erste Behandlung mit dem PicoPlus-Laser, der sich Strich für Strich durch die schwarzen Pigmente meiner Tattoos arbeitete. Das Geräusch dabei erinnerte mich an platzende Popcornkörner, nur dass es nicht nach Kino roch, sondern nach einem Cervelat, die zu lange über dem Lagerfeuer gebraten wurde. Dank Betäubungssalbe hielten sich die Schmerzen tatsächlich in Grenzen und es kam nicht zur Apokalypse, die ich mir vorher ausgemalt hatte. Dennoch war die Erleichterung gross, als wir nach knapp 10 Minuten fertig waren und ich entlassen wurde mit einer Crème zur Nachbehandlung sowie der striktem Anweisung, meine Tattoos immer mit SPF zu schützen.

Mein Jugend-Tattoo aus 2000 muss weg. Auf sonrisa erfährst du, wie die Entfernung per Pico-Laser wirklich läuft.
Mein Jugend-Tattoo aus 2000 muss weg. Auf sonrisa erfährst du, wie die Entfernung per Pico-Laser wirklich läuft.
Mein Jugend-Tattoo aus 2000 muss weg. Auf sonrisa erfährst du, wie die Entfernung per Pico-Laser wirklich läuft.

Nachwirkungen: Zwischen Tomatenhaut und Blasenbildung

Direkt nach der ersten Sitzung sah mein Tattoo so aus, als hätte jemand mit einem Bunsenbrenner gespielt: mit weissen Blasen, aufgeschwollen und ziemlich gereizt. Kühlpads waren in der ersten Stunde meine besten Freunde, ab dem Abend wurden sie sie ersetzt durch eine beruhigende Crème zur Behandlung der betroffenen Stellen.

Mein Jugend-Tattoo aus 2000 muss weg. Auf sonrisa erfährst du, wie die Entfernung per Pico-Laser wirklich läuft.

Gute zwei Wochen später war alles verheilt und ich konnte zum ersten Mal erkennen, dass sich tatsächlich etwas tat: Die Haut schien sich leicht zu schälen, das Schwarz der Tattoos wirkte verblasster, die Kanten weicher. Keine Wunderheilung, aber ein Etappensieg, yay!

Zweite Sitzung: Jetzt wird’s ernst

Mit der zweiten Sitzung wurde mir bewusst: Eine Tattoo-Entfernung ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Der Laser holt bei jedem Termin weitere Pigmente aus der Haut, welche der Körper dann nach und nach abbaut. Um meine innere Prinzessin auf der Erbse zu schonen, bat ich diese Mal um eine lokale Betäubung im Vorfeld, die sich als absoluter Game-Changer erweisen sollte. Statt brennender Schmerzen spürte ich nur noch ein leichtes Zwicken, das selbst für eine Mimose wie mich kein Problem war.

Wow!

Danach: Wieder ein paar Tage gerötete Haut, die bald ziemlich juckte. Disziplin war gefragt, zumal ein zu starkes Kratzen an den Tattoos zu Narben führen könnte, wie mir mitgeteilt wurde. Meist widerstand ich der Versuchung, was unter anderem am sichtbaren Fortschritt der zweiten Behandlung lag, die sich in Form eines deutlich helleren Tattoos bemerkbar machten, das aussah, als hätte jemand die Helligkeit in Photoshop nach oben geschraubt.

Mein Jugend-Tattoo aus 2000 muss weg. Auf sonrisa erfährst du, wie die Entfernung per Pico-Laser wirklich läuft.
Mein Jugend-Tattoo aus 2000 muss weg. Auf sonrisa erfährst du, wie die Entfernung per Pico-Laser wirklich läuft.

Der Zwischenstand nach zwei Tattoo-Entfernungs-Behandlungen mit dem PicoLaser

Schmerzhaft? Je nach Betäubungsmethode ziept es ein bisschen (Gel) oder es ist kaum spürbar (lokale Anästesie).

Teuer? Mit einem Einstiegpreis von 350 CHF pro Sitzung ist eine Tattoo-Entfernung per Laser definitiv eine Investition. Das umso mehr, weil es immer mehrere Behandlungen braucht.

Lohnend? Für mich ja, weil ich mich jedes Mal ein Stückchen wohler fühle, wenn ich sehe, wie das alte Tattoo verblasst.

Ob am Ende wirklich alles verschwindet oder nur noch ein Schatten bleibt, wird sich zeigen. Aber allein das Gefühl, nicht mehr auf ewig mit einem zweifelhaften chinesischen Schriftzeichen herumlaufen zu müssen, ist für mich schon Motivation genug, um mit der Behandlung weiterzumachen. Nächste Woche steht die dritte Sitzung an, auf die ich mich irgendwie jetzt schon freue!

In diesem Sinne: Fortsetzung folgt…

Mein Jugend-Tattoo aus 2000 muss weg. Auf sonrisa erfährst du, wie die Entfernung per Pico-Laser wirklich läuft.

Bilder: © Club7pm

PS: Du möchtest regelmässig auf dem Laufenden bleiben? Hier geht es lang zur Anmeldung für den sonrisa-Newsletter, mit dem Du einmal pro Monat eine Dosis Schönheit und weitere Lifestyle-News ins Mail-Fach bekommst.