Nach ein paar wunderschön ruhigen Tagen auf Mallorca herrscht im sonrisa-Büro aktuell Hochbetrieb und mein Kalender ist ähnlich voll wie mein Teller bei unseren Besuchen der verschiedenen Tapas-Bars, wo ich jeweils alles ausprobieren wollte. Neben zahlreichen Anlässen und Terminen stehen nämlich auch noch zahlreiche Pendenzen auf dem Programm, die ich fröhlich prokrastiniert habe und die nun keinen Aufschub mehr dulden. Das Verfassen einer Packliste für die bevorstehende Reise in den Süden etwa, um das sonst übliche «okay, in drei Stunden geht der Flug, also schmeisse ich einfach alles in den Koffer»–Chaos zu vermeiden.

Noch ist der Zettel komplett leer, aber dafür habe ich mich jetzt schon mit Ferienlektüre eingedeckt und mehrere Serien sowie Podcasts heruntergeladen für jene Momente, in denen ich dafür endlich Zeit habe. Denn: sonrisa macht ab heute für vier Wochen Ferien!

Damit Du trotzdem bestens unterhalten bleibst, kommen hier meine neusten Tipps zum Lesen, Schauen und Hören, zusammen mit meinen liebsten Wünschen für Dich, Darling: Geniess den Sommer in vollen Zügen.

Bei sonrisa gibt es zur Sommerpause kuratierte Empfehlungen zum Lesen, Hören und Schauen für entspannte Ferientage

Lesen

Caro Claire Burke: Yesteryear

«Yesteryear» ist der Name des Instagram-Accounts von Nathalie Heller Mills, auf dem sie Einblicke in ihr scheinbar perfektes Leben als Tradwife gewährt und damit Millionen von Follower:innen begeistert. Doch bereits bald wird klar, dass es sich bei der scheinbaren Landromantik um die kontrollierte Täuschung aller Beteiligten handelt, die nichts mit der sorgfältig inszenierten Landromantik zu tun hat. Als die Realität diese schöne Kulisse zunehmend aushebelt, gerät die sorgfältig gebaute Welt der erfolgreichen Influencerin ins Wanken und die Geschichte kippt in eine deutlich dunklere Richtung.

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten zur Handlung dieses überall gehypten Romans, der sich wie ein hübsch verpackter Absturz in Echtzeit liest, mit allem, was dazu gehört: Eine ehrgeizige Hauptfigur, ein bisschen Glanz, viele Lügen, reichlich Selbstbetrug. Also im Grunde genau der Stoff, aus dem Social Media seine besten Illusionen baut.

Autorin Caro Claire Burke nimmt diese Welt so genüsslich auseinander, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Genau hier liegt für mich auch die Stärke des Buches, in dem nichts weichgezeichnet, schöngeredet oder erklärt wird. Insbesondere die Hauptpersonen sind über weite Strecken herzlich unsympathisch oder zumindest nicht das, was sie in der digitalen Welt vorgeben. Dieser Mix aus Social Media Satire und Psychospiel macht die Geschichte in Kombination mit den sehr glaubwürdigen Charakteren zu einem süffigen Lesevergnügen.

Einzig der Schluss war meiner Meinung nach zu sehr konstruiert und hat mich eher ratlos als beeindruckt zurückgelassen. Das ist schade, zumal ein so gutes Buch nicht künstlich unverständlich enden muss, um klug zu wirken. Alles in allem ist Yesteryear aber ein grossartiger Roman, der auf den letzten Seiten vielleicht ein bisschen weniger Nebel und mehr Kante vertragen hätte, ansonsten aber ziemlich unwiderstehlich ist.

Hören

Olivia Rodrigo & Robert Smith «Friday I’m in Love»

Der Song «Friday I’m in Love» von The Cure war bereits ein Pop-Juwel, als ich noch fröhlich vor mich hin pubertierte und das Gefühl hatte, alles über das Leben zu wissen. Beim gemeinsamen Auftritt von The Cure-Sänger Robert Smith mit Pop-Sängerin Olivia Rodrigo wurde daraus ein Momentum, das um einiges grösser ist als die Summe seiner Teile: Während das Multitalent Rodrigo darin die Energie ihrer Generation verkörpert, bringt Robert Smith diese grossartige schräge, leicht düstere Eleganz in den Song.

Gemeinsam macht dieses scheinbar gegensätzliche Duo aus dem Kult-Song einen Hit irgendwo zwischen Leichtigkeit, Melancholie, Vergangenheit und Gegenwart, der aktuell in Dauerschlaufe läuft bei mir.

Schauen

Ripple

Gerade in hektischen Zeiten lande ich beim Streamen von Serien oft bei leichter Unterhaltung. Am liebsten mit vielen «feel good vibes», wie man so schön sagt, und so einfach konstruiert, dass man der Handlung auch nach einem kurzen Nickerchen ohne Probleme folgen kann.

Ripple (läuft auf Netflix) ist in vieler Hinsicht das Gegenteil davon. So folgt die Serie etwa nicht einer klassischen Dramaturgie, sondern fügt sich wie ein Geflecht aus scheinbaren Zufällen und Begegnungen, die sich erst im Verlauf der Geschichte zu einem stimmigen Ganzen zusammenfügen. Nichts davon scheint spektakulär, vieles wirkt bewusst gesetzt. Und trotzdem funktioniert das Konzept, weil es konsequent zeigt, wie stark kleine Auslöser wirken können, lange bevor man ihre Bedeutung erkennt.

«The Ripple Effect» ist der Fachausdruck für diese Idee, dass selbst kleine Ursachen sehr weitreichende Folgen haben können, die sich wie Wellen im Wasser ausbreiten. Im Fall der vier Hauptfiguren führt das zu neuen Freundschaften, mit denen niemand gerechnet hätte. Obwohl dabei auch schwere Themen wie Verluste, Einsamkeit und Krankheit zur Sprache kommen, ist die Serie in erster Linie ein bezauberndes Plädoyer für Güte, Toleranz, Verständnis und Liebe.

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