Natürlich habe ich bei Presse-Events stets zugesagt, auch wenn es mich oft Überwindung kostete. Nicht nur, weil die Diagnosegeräte zur Analyse meiner Haut zum Teil etwas abenteuerlich aussahen – manche wie geschrumpfte Ufos, andere wie eine Requisite für eine Science-Fiction-Serie –, sondern vor allem auch wegen der Auswertung solcher Untersuchungen, die selten wirklich erfreulich ausfielen. Spannend, wenn auch irritierend, fand ich dabei, dass die Befunde je nach Kalibrierung um Welten auseinanderlagen und sich zum Teil sogar widersprachen.

In einem Punkt aber herrschte immer Einigkeit: Meine vermeintlich robuste Haut ist in Wirklichkeit eine empfindliche Diva, die zu Rötungen und möglicherweise sogar Rosazea neigt, was ich so nie erwartet hätte. «Oft erkennt man die ersten Anzeichen von Rosazea nicht sofort», bestätigte Dr. med. Viktor Shavlak, Dermatologe an der Margarethenklinik in Basel, bei dem ich mich für diesen Artikel – okay, und durchaus auch im eigenen Interesse – nach den besten Massnahmen gegen gerötete und reaktive Haut erkundigt habe.

*Titelbild von Boom Photography via Pexels

Rosazea erkennen: Symptome, Muster und erste Hinweise

Gerade am Anfang sei die Abgrenzung zwischen geröteter Haut und Rosazea für Laien relativ schwierig, so Shavlak. «Typisch für diese – übrigens ziemlich weit verbreitete Hautkondition – ist eine anhaltende Rötung im zentralen Gesichtsbereich, insbesondere an Wangen, Nase, Stirn und Kinn», erklärte der Fachmann. «Im Gegensatz zu einer kurzfristigen Hautreaktion verschwindet die durch Rosazea entstandene Rötung nicht vollständig.»

Entscheidend für die Unterscheidung sei weniger der einzelne Auslöser als das Muster: «Anders als bei gelegentlichen Rötungen verläuft Rosazea schubweise und wird verstärkt durch typische Trigger wie Sonne, Hitze, Alkohol, scharfes Essen oder Sport.»

Bei Rosazea, und das war mir nicht bewusst, liege eine chronische Entzündungsreaktion vor, kombiniert mit einer Überreaktion der oberflächlichen Blutgefässe. Diese reagieren deutlich sensibler als bei gesunder Haut, erweitern sich schneller und stärker und ziehen sich nicht mehr vollständig zurück. «Mit der Zeit bleiben sie teilweise dauerhaft sichtbar, was den konstanten rötlichen Grundton erklärt.»

Der häufigste Fehler ist, Rosazea wie unreine Haut oder Akne zu behandeln.

Rosazea verstehen: Ursachen in der Haut

Hinzu kommt, dass die Hautbarriere häufig gestört ist. Als Folge davon – Du weisst das vermutlich schon – verliert die Haut schneller Feuchtigkeit, reagiert empfindlicher auf äussere Einflüsse und kann sich insgesamt weniger schnell selbst reparieren. «Gleichzeitig fördern entzündliche Prozesse die Neubildung feiner Gefässe, wodurch die Rötung im Verlauf eher zu- als abnimmt», fügt Shavlak hinzu. «Viele Patient:innen berichten ausserdem von wiederkehrenden Flush-Episoden sowie entzündlichen Papeln oder Pusteln, die oft mit Akne verwechselt werden.»

Als Reaktion darauf würden viele Betroffene zu Produkten gegen unreine Haut greifen und damit die Symptome unwissentlich verschlimmern. «Aggressive Peelings, hochdosierte Säuren oder stark austrocknende Wirkstoffe greifen die ohnehin geschwächte Hautbarriere nämlich zusätzlich an und führen zu einer Verstärkung der Rötung, begleitet von noch mehr Empfindlichkeit. Weniger ist oft mehr», sagt der Mediziner, der für ein langfristig ruhiges Hautbild möglichst rasch zu einer individuell abgestimmten dermatologischen Behandlung rät.

Von ersten Symptomen bis zur Laserbehandlung erklärt dieser Beitrag  auf sonrisa alles was man über Rosazea wissen muss.

Gefässlaser bei Rosazea: Wann er sinnvoll ist

Das klingt einleuchtend, ist aber für Laien nicht immer einfach. In einem ersten Schritt setzen deshalb die meisten auf spezielle Pflegeprodukte oder Medikamente für sensible oder gerötete Haut: Durchaus ein sinnvoller Ansatz, so lange Entzündungen oder Unreinheiten im Vordergrund stehen, wie Shavlak findet.

Wenn aber die sichtbare Rötung und die erweiterten Gefässe dominieren und sich mit Cremes oder Medikamenten nur unzureichend verbessern lassen, rät er zur Behandlung mit dem Gefässlaser, wie es unter anderem die Margarethenklinik anbietet: «Bei diesem Gerät arbeiten wir gezielt mit Lichtenergie, die vom roten Blutfarbstoff, dem Hämoglobin, aufgenommen wird.» Die dabei entstehende Wärme sorge dafür, dass die erweiterten Gefässe kontrolliert verödet werden. «In den Wochen danach baut der Körper diese kleinen Gefässe nach und nach ab, ohne dass man aktiv etwas dazu beitragen muss.»

Weil das umliegende Gewebe dabei weitgehend unberührt bleibe, handle es sich beim Gefässlaser um eine besonders schonende Behandlungsmethode bei Rosazea. Und: «Vor allem bei feinen Gefässen und diffusen Rötungen im Gesicht zeigt sich dieser selektive Ansatz als Vorteil, weil er genau dort ansetzt, wo die sichtbare Veränderung entsteht.»

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Resultate und Kosten

Zwischen drei bis fünf Behandlungen im Abstand von vier bis sechs Wochen sind gemäss Dr. Shavlak notwendig für optimale Resultate, «aber erste Veränderungen werden häufig schon nach der ersten Sitzung sichtbar».  Je nach Behandlungsareal und Aufwand belaufen sich die Kosten in der Margarethenklinik pro Sitzung zwischen 250 und 450 CHF.

Das kommt etwas zusammen, klar, aber die Wirkung nach Abschluss dieses Behandlungszyklus kann über Monate bis Jahre anhalten. Da Rosazea aber eine chronische Hauterkrankung ist, sind Auffrischungsbehandlungen zu einem späteren Zeitpunkt durchaus sinnvoll, um das erreichte Hautbild zu erhalten.

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Nebenwirkungen und Risiken beim Lasern

Obwohl die Behandlung mit dem Gefässlaser als sicher und sanft gilt, haben die meisten Patient:innen vor der ersten Behandlung ziemlich grossen Respekt in Bezug auf mögliche Nebenwirkungen und Risiken.

Das sei verständlich, aber mit Blick auf die überschaubaren Nebenwirkungen nicht nötig, sagt Shavlak. «Leichte Rötung, ein Wärmegefühl und eine geringe Schwellung der Haut nach der Behandlung sind vollkommen normale Reaktionen. In der Regel klingen diese innerhalb von 24 bis 72 Stunden wieder ab.» Gelegentlich könne sich die Haut kurzfristig etwas trockener oder empfindlicher anfühlen, «aber das ist ebenfalls vorübergehend.» Eine intensiv befeuchetende Maske zum Abschluss wirke beruhigend und sorge für ein angenehmes Gefühl.

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Entscheidend für den Erfolg dieser Behandlungsmethode bei Rosazea sei wie bei vielen medizinisch-ästhetischen Eingriffen insbesondere die Zeit danach. «Ein konsequenter UV-Schutz mit hohem Lichtschutzfaktor gehört ebenso dazu wie der vorübergehende Verzicht auf Sauna, intensive sportliche Belastung oder direkte Sonne.»

Werden diese Regeln eingehalten, so gelte die Behandlung als sehr sicher, sofern sie fachgerecht durchgeführt werde, erläuterte mir Shavlak, mit dem ich nach unserem Gespräch sofort einen Laser-Termin vereinbarte zur Behandlung meiner leichten Rosazea, die sich zwar nicht heilen, aber dank modernen Methoden wie dem Gefässlaser relativ gut in den Griff kriegen lässt.

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