In den meisten Fällen liegt es nach wie vor an der Kombination aus sonnigem Wetter, ausreichend Schlaf und guter Laune, wenn jemand nach den Ferien frischer aussieht. Manche Menschen allerdings kommen mit einer Version von sich selbst zurück, die, sagen wir mal: ziemlich aufgeräumt wirkt.

Subtil zwar, aber dennoch so deutlich, dass sich die Frage stellt, ob hier allenfalls auch noch ein bisschen nachgeholfen wurde in den freien Tagen. Mit ein bisschen Botox etwa, dezent platzierten Fillern oder vielleicht sogar mit einem Face-Lifting, um nur ein paar Beispiele von medizinischen und ästhetischen Eingriffen zu nennen, für die immer mehr Menschen ins Ausland reisen – Tendenz steigend.

*Titelbild via Freepik

Ferien und Beauty-Eingriffe werden immer häufiger kombiniert, doch Vorbereitung und Nachsorge sind entscheidend. Alle Details und eine Einordnung durch die Fachärztin gibt es auf sonrisa zum Nachlesen.
Bild: Mit KI erstellt über Canva

Beauty-Tourismus und Medizintourismus Trends

«Der weltweite Markt für Medizintourismus belief sich im Jahr 2025 auf 38,2 Milliarden US-Dollar und wird voraussichtlich von 46,78 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf 250,02 Milliarden US-Dollar im Jahr 2034 anwachsen», heisst es in einem Reporting von Fortune Business Insights über diese neue Form von Tourismus, bei dem klassische Ferien mit ästhetischen Behandlungen kombiniert werden.

Als wichtigste Gründe für diese Dynamik nennen Fachleute insbesondere kürzere Wartezeiten und günstigere Preise. Der Fokus verschiebt sich dabei oft von der Frage «ob» hin zur Frage «wo». Destinationen werden dabei in der Regel minutiös recherchiert, während die Vorbereitung auf den Eingriff selbst nicht selten erstaunlich oberflächlich bleibt.

Risiken bei Schönheitsoperationen im Ausland

Genau hier liegt ein gewisses Risiko, sagt Dr. Roberta Vasconcelos-Berg, Geschäftsführerin & Ärztliche Leiterin der Margarethenklinik des Universitätsspitals Basel. «Viele Entscheidungen werden stark preis- oder marketinggetrieben getroffen, ohne dass dabeieine unabhängige Qualitätskontrolle oder Abklärungen in Bezug auf die Nachsorge stattfinden. Das kann zum Teil verheerende Folgen haben», so die Ärztin. «In unserer Praxis sehen wir darum jeden Monat mehrere Fälle von Komplikationen nach Behandlungen durch nicht qualifizierte Anbieter:innen.»

Das Spektrum reicht dabei von ungleich gesetzten Hyaluronsäure-Fillern über ungeeignete Produkte bis hin zu medizinischen Komplikationen wie Gefässreaktionen, Infektionen oder verzögerten Entzündungen. «Für die Betroffenen ist das immer höchst unangenehm», betont Vasconcelos. Doch während die Behandlung medizinischer Komplikationen wie Infektionen in der Regel von der Krankenkasse übernommen wird, müssen die Kosten für rein ästhetische Korrekturen von den Patient:innen selbst getragen werden, was ziemlich schnell ziemlich teuer werden kann.

Instagram und Co. sind niemals ein Ersatz für eine medizinische Beurteilung, sondern allenfalls eine sekundäre Informationsquelle

Ferien und Beauty-Eingriffe werden immer häufiger kombiniert, doch Vorbereitung und Nachsorge sind entscheidend. Alle Details und eine Einordnung durch die Fachärztin gibt es auf sonrisa zum Nachlesen.

Vorbereitung auf ästhetische Eingriffe im Ausland: das gilt es zu beachten

«Viele Menschen vergleichen nur die Angebote, aber nicht die Rahmenbedingungen dahinter», erklärt die Dermatologin, die aus diesem Grund dringend zu einer ausführlichen Recherche im Vorfeld rät.  Insbesondere die Überprüfung der ärztlichen Qualifikationen des medizinischen Personals sei in diesem Kontext nicht nur ein «nice to have», sondern ein absolutes Must. «Lassen Sie neben dem Facharzttitel auch die Mitgliedschaften in anerkannten Fachgesellschaften verifizieren und fragen Sie nach konkreten Erfahrungen mit dem jeweiligen Eingriff», sagt Vasconcelos.

Keine echte Orientierungshilfe taugen nach ihren Aussagen hingegen die Empfehlungen von Influencer:innen, vor allem diese dazu noch einen Rabatt anbieten. «Auf den Sozialen Medien sind viele der ‘Vorher-Nachher-Bilder’ stark bearbeitet worden, darauf kann man sich nicht verlassen», weiss die Leiterin der Margarethenklinik in Basel. «Instagram und Co. sind niemals ein Ersatz für eine medizinische Beurteilung, sondern allenfalls eine sekundäre Informationsquelle.» Entsprechende Postings sollten darum immer im Kontext gelesen und kritisch eingeordnet werden. «Das ist zwar mit einem gewissen Aufwand verbunden, aber es lohnt sich auf jeden Fall.»

Wichtig ist gemäss der Medizinerin ausserdem ein Beratungsgespräch mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt, in dem unter anderem das erwünschte Ergebnis besprochen werden. «Idealerweise holen Sie sich in der Schweiz noch eine Zweitmeinung von Fachpersonen ein, etwa um abzuklären, ob die Wahl der Behandlung passt.»

Auch in Bezug auf die Klinik selbst lohne es sich, möglichst viele Fragen zu stellen, sagt Vasconcelos. «Erkundigen Sie sich nach einer klaren Notfallstruktur, klären Sie ab, ob eine Anbindung an ein Akutspital vorhanden ist und wie das Team vor Ort konkret umgeht mit Komplikationen.» Allfällige Nebenwirkungen sowie Risiken sollten aktiv angesprochen und vom Gegenüber verständlich erklärt werden. Missverständnisse würden nämlich häufig nicht durch fehlende Information, sondern durch unvollständiges Verstehen entstehen. «Als Faustregel gilt: Unterschreiben Sie nur Dokumente, die sie zu 100 Prozent verstehen.»

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Nachsorge nach Schönheitsoperationen im Ausland

Ein weiterer Punkt, der oft vernachlässigt wird, betrifft die oft sehr knapp kalkulierte Zeitplanung, sagt die Dermatologin. «Die Rückreise nach einem Eingriff im Ausland sollte erst dann erfolgen, wenn medizinisch alles stabil ist. Weil das unterschiedlich lange dauern kann, muss genügend Zeit eingeplant werden.» Besonders relevant – und häufig unterschätzt – ist gemäss Vasconcelos aber vor allem auch: die Nachsorge. «Idealerweise steht bereits vor dem Eingriff fest, wer die Weiterbehandlung im Heimatland übernimmt und welche Dokumente es dafür braucht.»

Dabei, und das finde ich sehr wichtig, geht es bei diesen Empfehlungen und Massnahmen nicht darum, unnötige Ängste zu schüren, ganz im Gegenteil, sagt Vasconcelos. «Es gibt viele hervorragend ausgebildete Ärzt:innen im Ausland, die viel Erfahrung haben auf ihrem Gebiet und gute Arbeit machen. In einem solchen Setting spricht für mich nichts gegen eine Behandlung im Ausland.» Schwierig würde es erst, wenn sich jemand nur aufgrund eines günstigen Angebots darauf einlässt und nicht wisse, was ihn vor Ort erwartet, erklärt Vasconcelos, die für mich mit dieser Einschätzung eine perfekte Einordnung zum Thema «Beauty-Eingriffe im Ausland» liefert. «Letztlich geht es nicht darum, wo eine Behandlung stattfindet, sondern unter welchen Bedingungen.»

Ferien und Beauty-Eingriffe werden immer häufiger kombiniert, doch Vorbereitung und Nachsorge sind entscheidend. Alle Details und eine Einordnung durch die Fachärztin gibt es auf sonrisa zum Nachlesen.

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