September ist in der Beauty-Welt jener Monat, in welchem die Kosmetik-Brands mit verblüffender Konsequenz davon ausgehen, dass wir nach dem Sommer ein komplett neues Pflegeprogramm, eine andere Haar-Routine und mindestens einen neuen Duft brauchen. Damit Du bei den unglaublich vielen Neuheiten nicht komplett die Übersicht verlierst, habe ich Dir an dieser Stelle darum wie immer jene Produkte herausgesucht, bei denen ich als Beauty-Journalistin tatsächlich hängen geblieben bin.

*Titelbild @Dyson.

Von Dyson bis Guerlain: Die wichtigsten Beauty-News im September

Face & Body

Louis Widmer Pures Retinol Serum 0.3%

Retinol ist einer dieser Wirkstoffe, die immer wieder für, sagen wir mal: sehr lebhafte Diskussionen sorgen im Beauty-Universum. Die Meinungen reichen dabei von «Goldstandard der modernen Hautpflege und darum ein Must» bis hin zu «ja, kann man machen, aber insgesamt ist der Hype nicht berechtigt».

Als ich unlängst von Louis Widmer zu einem extrem spannenden Beauty-Anlass eingeladen wurde, nutzte ich deshalb die Gunst der Stunde und bat die anwesenden Profis um ihre Einordnung. Im Rahmen dieser Gespräche habe ich gelernt, dass…

  • die Haut Zeit braucht, um sich an Retinol zu gewöhnen und man entsprechend langsam starten sollte
  • Retinol langfristig wirkt und es darum Geduld braucht, bis man erste Ergebnisse sieht
  • täglicher UV-Schutz zum absolut unverhandelbaren Pflichtprogramm gehört bei der Verwendung von Produkten mit Retinol, die übrigens immer am Abend verwendet werden sollten
  • eine Formel mit Antioxidantien wie beim neuen Retinol-Serum von Louis Widmer (für ca. 55 CHF) – hier kommt das besonders effektive Astaxanthin zum Einsatz – die Haut zusätzlich vor oxidativem Stress schützen können

… und es bei Retinol deswegen nicht um ein allgemeines Ablehnen oder Bejubeln geht, sondern um einen selbstverantwortlichen Umgang damit.

Von Dyson bis Guerlain: Die wichtigsten Beauty-News im September
Von Dyson bis Guerlain: Die wichtigsten Beauty-News im September

momenteins

Junge Gesichter, junge Zielgruppen, junge Gründer:innen: Trotz vieler positiver Veränderungen ist die Beauty-Branche traditionell immer noch ziemlich jung unterwegs. Dass zwei Frauen in der berühmten Mitte des Lebens eine Beauty-Marke gründen, finde ich deshalb richtig erfrischend. Sind es dann noch zwei Schweizerinnen, die auch hierzulande produzieren lassen, ist mein Interesse endgültig geweckt. Beim 2026 lancierten Clean-Beauty-Label momenteins gibt es von mir zusätzliche Punkte für das zeitgemässe Pflegekonzept, das ausgewählte Pflanzenwirkstoffe mit moderner Wissenschaft und achtsamen Routinen verbindet.

Von Dyson bis Guerlain: Die wichtigsten Beauty-News im September
Von Dyson bis Guerlain: Die wichtigsten Beauty-News im September

Die Gründerinnen sagen dazu: «Gesichtspflege ist mehr als ein Handgriff im Badezimmer. (…) Wenn du dir Zeit nimmst, achtsam einzuatmen, deine Haut zu berühren und wirklich im Hier und Jetzt anzukommen, verwandelst du Pflege in ein Mini-Retreat. (…) So stärkst du nicht nur deine Haut, sondern auch dein inneres Gleichgewicht.»

Im Strengthening Serum von momenteins (ca. 58 CHF) treffen Hyaluronsäure, Vitamin C und Vitamin E auf Edelweiss-Stammzellenextrakt und Parakresse. Die Idee dahinter: intensive Feuchtigkeit kombiniert mit natürlichen Wirkstoffen, die für ihre antioxidativen und glättenden Eigenschaften bekannt sind. Meine durstige Haut freut sich nach vielen Wochen mit Sonne, trockener Luft und klimatisierten Räumen schon jetzt auf den Test mit dem Bestseller aus dem momenteins-Sortiment.

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Ebenfalls vielversprechend klingt die Awaken Eye Cream (ca. 44 CHF). Passend zum Namen soll ihre Formel mit abschwellend wirkendem Koffein und befeuchtenden Wirkstoffen für einen wachen Blick sorgen. Ein schlüssiges Konzept, zumal sich kleinere Eskapaden wie kurze Nächte, Drinks oder Stress bei der Augenpartie unanständig schnell bemerkbar machen.

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Zum Saisonwechsel bekommt meine Haut mit der Pflege von momenteins und den dazugehörigen Achtsamkeitsübungen also genau das, was sie aktuell braucht: Feuchtigkeit, Pflege und Aufmerksamkeit. Und all das, weil zwei tolle Frauen im besten Alter noch einmal etwas Neues gewagt haben.

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Dyson CameraJet

Sie sind wichtig für die Gesundheit, bei so gut wie allen Menschen täglich im Einsatz, sorgen für ein schönes Lächeln und trotzdem kommen Zahnbürsten praktisch nie in den Medien vor. Nicht bei jenen, die regelmässig über Wellness und Beauty berichten und schon gar nicht bei globalen Nachrichtenformaten. Doch als der britische Supertüftler James Dyson zu Beginn dieses Monats die Erweiterung seines Sortiments um eine komplett neue Produktekategorie bekannt gab, sorgte er weltweit für Schlagzeilen. Wirbelte erneut eine ganze Branche auf, wenn man so will, wobei das im Fall der neuen Dyson CameraJet Zahnbürste einmal mehr durchaus wörtlich zu verstehen ist, da es sich bei dieser Neuheit um einen Hybrid aus elektronischer Zahnbürste und Mundspülgerät handelt.

Von Dyson bis Guerlain: Die wichtigsten Beauty-News im September

«Die Verwendung von Zahnseide ist mühsam und zeitaufwendig. Nur wenige von uns tun es, obwohl wir wissen, dass wir es sollten. Ingenieur und Wissenschaftler bei Dyson beschäftigen sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit Mundpflegeroutinen und der Entstehung unerwünschter Ablagerungen im Mund. Unsere Forschung hat gezeigt, dass Menschen die Bereiche, in denen sich Plaque bildet, regelmässig auslassen: die Zahnzwischenräume», verkündete James Dyson bei der spektakulär inszenierten Enthüllung der neuen Luxus-Zahnbürste, mit der nach eigenen Angaben drei grundlegende Probleme aus dem Bereich der Mundhygiene lösen will: «Diese Zwischenräume sichtbar machen, Plaque entfernen und die Reinigungsleistung beim Zähneputzen verbessern.»

Für Aufmerksamkeit sorgte die Neuheit aus dem Hause Dyson nicht nur wegen des stolzen Preises von über 450 CHF (zum Starter-Set gehören auch die neue Zahnpasta und Mundspülung von Dyson), sondern vor allem auch mit den technischen Raffinessen, die letztlich auch der Grund sind für die verhältnismässig hohen Anschaffungskosten, wie ich mal vermute. Um das Putzen der Zähne auf das nächste Level zu bringen, enthält die Dyson CameraJet nämlich eine winzige Kamera – yap, richtig gelesen! –, die mithilfe künstlicher Intelligenz kleinste Zwischenräume zwischen den Zähnen erkennt und diese mit einem feinen Nadelstrahl reinigt. Via App, das nur am Rande, kann man das Ganze in Echtzeit beobachten… Dyson bestätigt die Kamera, maschinelles Lernen, die Echtzeiterkennung der Zahnzwischenräume und den Präzisionsstrahl.

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Das Konzept in sich ist rund und spricht meiner Meinung nach trotz zum Teil geäusserten Bedenken in Bezug auf den Preis und die Handlichkeit voll für einen Versuch mit der neuen Dyson CameraJet. Wie meine wunderbare Freundin und Fachfrau Marlen nämlich immer wieder betont, beginnen schöne und vor allem: gesunde Zähne nämlich immer mit der Mundhygiene.

Von Dyson bis Guerlain: Die wichtigsten Beauty-News im September
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Nuxe Superserum [10] Longevity

Ein kurzer Blick ins Fotoalbum reicht in der Regel aus, um festzustellen: Früher war nicht wirklich alles besser. Geht es etwa um den Hair-Style, gibt es absolut keinen Grund, meinen Jugendjahren nachzutrauern.

In Bezug auf meine Haut hingegen wäre es für mich völlig okay, wenn man die Zeit zumindest optisch ein bisschen zurückdrehen könnte: Ein Wunsch, der offenbar von den Expert von Nuxe erhört wurde, wie die Lancierung des neuen Super Serum [10] Longevity (für ca. 100 CHF) beweist, das mit einer Formel aus vier synergetisch wirkenden Inhaltsstoffen aus der Natur nicht nur bereits existierende Zeichen der Hautalterung mindert, sondern auch präventiv wirken soll.

Um diesen Effekt zu verstärken, hat mir das Team von Nuxe zusätzlich die Pflege mit der reichhaltigen Nuxuriance Ultra Creme (für ca. 60 CHF) empfohlen. Zusammen ergibt das ein potentes Beauty-Duo für einen frischen Teint wie früher – aber ohne den Haarschnitt von damals…

Von Dyson bis Guerlain: Die wichtigsten Beauty-News im September
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Erborian Triple Care BB Milk

Als Stammbesucher:in hier bist Du vertraut mit meiner heftigen Abneigung gegen das Packen von Koffern, obwohl ich eigentlich extrem gerne verreise. Warum ich zu dieser Prokrastinations-Extravaganza neige, ist mir dabei absolut schleierhaft.

Kein Geheimnis hingegen ist die Tatsache, dass sich das Packen um einiges verkürzen lässt, wenn man auf pflegende Multitasker setzt. Die neue Erborian Triple Care BB Milk (für ca. 50 CHF) etwa vereint Serum, Feuchtigkeitspflege und Primer in einem Produkt und eignet sich darum sowohl für unterwegs als auch für eine besonders speditive Morgenroutine. Damit habe ich zwar noch nicht alles im Griff beim Packen, aber es ist ein guter Anfang. Baby steps und so…

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Color

Sephora It’s a Stretch Mascara

Fehlende Geduld und fehlendes Talent im Umgang mit Make-up sind die Gründe, warum ich mich bei meiner täglichen Schmink-Routine meist auf Wimperntusche und einen Hauch von Lipgloss beschränke. Tubing-Mascaras haben dabei per se einen grossen Sympathievorsprung, da sie in der Regel dank filmbildenden Polymeren in Röhrchenform – Tubes auf Englisch – für ordentlich Länge, Volumen und Definition sorgen.

Bei der neuen It’s a Stretch Tubing Mascara von Sephora Collection (für ca. 15 CHF) sorgt eine Bürste mit Mikroborsten und kugelförmiger Spitze ausserdem dafür, dass wirklich alle Wimpern, also auch die ganz kleinen Härchen am Rand, während 24 Stunden in voller Pracht betont werden, ohne zu verlaufen.

Der eigentliche Tubing-Bonus der neuen Sephora-Mascara kommt für mich allerdings am Abend beim Abschminken. Lauwarmes Wasser reicht dafür aus, die kleinen Hüllen lösen sich von den Wimpern und lassen sich sanft abstreifen. Eine Mascara, die morgens etwas kann und abends nicht zur Geduldsprobe wird, hat darum fix ihren Platz in meinem Badezimmer verdient.

Von Dyson bis Guerlain: Die wichtigsten Beauty-News im September

Hair

Hair Rituel by Sisley Super Serum Advanced Formula

Der Name nimmt es vorweg: Das neue Super Serum Advanced Formula von Hair Rituel by Sisley (für ca. 200 CHF) ist eine Weiterentwicklung des kultigen Hair Serums des französischen Luxus-Brands. Super Advanced eben, weil man sich beim Entwickeln auf die Pflege der Kopfhaut fokussiert habe, heisst es vom Team dazu. «Unsere Neuheit versorgt die Haarwurzeln optimal, um das Haar besser zu verankern und es widerstandsfähiger zu machen. Das Haar ist dichter, stärker, glänzender und voller Vitalität.»

Für Menschen wie mich, die zwar mit vielen, aber sehr feinen Haaren gesegnet sind, tönt dieses Konzept von «Hair Longevity» nach der perfekten Lösung für ein bisschen mehr «Oompf» auf dem Kopf. Um dieses Ziel zu erreichen – die Profis verwenden in diesem Zusammenhang den um einiges professionelleren Begriff «Haardichte» –, enthält die Formel des neuen Super Serum Advanced Formula ein paar sehr spannende Inhaltsstoffe: Ingwer-Extrakt etwa gegen entzündliche Prozesse, Vitamin B12 für eine beruhigte Kopfhaut, ein Tetrapeptid für mehr Dicke, Amla gegen sichtbares Ergrauen sowie ein Hefe-Extrakt für Dichte. Dazu kommt der bekannte Mix aus Mineralien, Vitaminen und pflanzlichen Extrakten aus der Vorgänger-Formel.

Laut Sisley zeigt sich bei regelmässiger Anwendung bereits nach einem Monat eine um über 80 Prozent erhöhte Haardichte, was für mein Verständnis sehr viel «Oompf» ist und mir darum echt Hoffnung macht auf viele Good-Hair-Days.

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Fragrance

Max Mara Le Parfum

Fashion-Profis sind sich einig: Max Mara macht vieles richtig gut. Vor allem Mäntel. Meiner stammt aus den 70er-Jahren, ist ein Erbstück und gehört zu jenen Klassikern, die immer funktionieren. Ohne Styling-Konzept, ohne lange nachdenken zu müssen. Mantel an und gut ist.

Mit dem Damenduft Le Parfum von Max Mara (für ca. 200 CHF) kommt nun ganz neu noch eine weitere Schicht dazu, die von den Supernasen Marie Salamagne und Fabrice Pellegrin als duftendes Pendant zum ikonischen 101801-Mantel konzipiert wurde. «Wir wollten etwas schaffen, das so umhüllend ist wie der Mantel. Es ist etwas Starkes, das gleichzeitig süss und kuschelig ist und zudem eine kräftige Duftwolke hinterlässt», sagt Pellegrin im Interview mit den Kolleg:innen von der Wienerin.

Grad zwei Tuberose-Interpretationen – einmal frisch aus Grasse und einmal als Absolue aus Guatemala – sollen in Kombination mit Vanille, Sandelholz sowie Zedernholz für diesen «invisible Coat», also unsichtbaren Mantel, sorgen, heisst es dazu von Max Mara über die floral-holzige Komposition mit cremigen Facetten, die dank dieser starken Formel meiner Meinung nach schon jetzt das Potential zu einem Kult-Duft hat.

Sehr gelungen finde ich auch die Übersetzung der Modeidee in den Flakon, der mit dem lackierten Band um die Mitte an den Gürtel des 101801 erinnert und sogar dessen Falten aufgreift: Eine offensichtliche Referenz, aber ganz ohne Hype. Wie die Mäntel von Max Mara eben, von denen ich auf diesen Herbst hin vielleicht noch einen zweiten brauche. Abwechslung muss sein…

Von Dyson bis Guerlain: Die wichtigsten Beauty-News im September

Guerlain L’Heure Bleue

Es war noch ganz dunkel, als wir im Sommer vor zwei Jahren aufbrachen zur Sunrise-Tour in der Mojave-Wüste. Doch bereits 20 Minuten später wurde aus dem Schwarz der Nacht ein dunkles Blau, von dem sich schon zahlreiche Künstler und kreative Menschen zu grossartigen Werken inspirieren liessen. Einer davon war Jacques Guerlain, Chefparfumeur des von seinem Grossvater gegründeten gleichnamigen Parfumhauses in Paris, der im Sommer 1912 während eines Spaziergangs über die Pont Neuf zu früher Stunde beschloss, diese einzigartige Stimmung in Form eines Parfums festzuhalten. L’Heure Bleue lautete der Name seiner olfaktorischen Interpretation an diesem Moment, von dem es eine neue Interpretation gibt.

Dabei, und das ist gemäss Guerlain sehr wichtig, handelt es sich nicht um eine Reformulierung des orientalischen Klassikers, sondern vielmehr um eine Hommage aus der Gegenwart, frei nach dem Motto «wie würde Jacques Guerlain heute seine Vision umsetzen?». Delphine Jelk, Director of Perfume Creation bei Guerlain, beantwortet diese Frage mit einem amber-blumigen Duft, der weicher umhüllt als das Original und bewusst aus einer weiblichen Perspektive erzählt wird.

Das Resultat riecht: Grossartig. Pudrig irgendwie, nach frischer Wäsche, mineralisch-kühl, aber dann auch warm wie der leichte Lufthauch damals in der Wüste, als nach der blauen Stunde langsam die Sonne aufging.

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