Tschüss «Resting Bitch Face» dank Kundalini-Yoga

 

Gibt man auf Google Guru Jagat’s Namen ein, poppen über eine halbe Million Resultate auf. Natürlich, denn die 37-jährige Kundalini-Lehrerin hat es mit ihrer modernen und humorvollen Art geschafft, diese Yoga-Form aus der Eso-Ecke zu holen und zu entmystifizieren. Selbst wenn die weissen, wallenden Kleider und Turbane, welche Kundalini-Praktizierende jeweils gerne tragen, es vermuten lassen: Kundalini-Yoga hat nichts mit New-Age oder Chaosmagie zu tun.

Denn die Gründerin der Rama Yoga-Studios in Los Angeles, New York und Mallorca nennt in ihren Live- und Online-Teachings Hillary Clinton, David Bowie oder den «Star Wars»-Helden Luke Skywalker in einem Atemzug mit ihrem 2004 verstorbenen Lehrer Yogi Bhajan und zeigt, dass High Fashion und Kundalini-Yoga sich wunderbar ergänzen. Bestes Beispiel dazu ist das Hype-Modelabel Gucci: Dort haben es Turbane sogar auf den Catwalk der diesjährigen Herbst-Winter-Modeschau geschafft.

Kein Wunder sind also Celebs wie das britische Model Lily Cole oder Sängerin Alicia Keys eifrige Schülerinnen von Guru Jagat. Letztere sagt sogar über ihre Kundalini-Sessions bei Guru Jagat: «Ich bin klarer, stärker, bewusster und kreativer als jemals zuvor. Guru Jagats Art, die Dinge beim Namen zu nennen, ist modern, nachvollziehbar und lässt sich easy umsetzen.»

Was ist aber wirklich dran am nun auch zu uns aus Amerika rüber schwappenden Kundalini-Hype? Und was genau hat es mit den Turbanen auf sich? Die heutige Gast-Autorin – und mein grosser Beauty-Freundinnen-Crush – Irène Schäppi hat Guru Jagat dazu in einem spannenden Interview befragt, das Du exklusiv hier zu lesen bekommst.

 

Gast-Autorin Irene Schaeppi im exklusiven Interview mit Guru Jagat.
Bild: Shabadpreet Khalsa.

 

 

Guru Jagat, warum wird Kundalini-Yoga zurzeit so gehypt?

Wir befinden uns an einem Wendepunkt: Informationsüberflutung, der Druck ständig und überall erreichbar zu sein und natürlich auch Social Media zehren an uns. Das kann dazu führen, dass wir uns ausgelaugt, schlimmstenfalls sogar leer fühlen können. Es ist darum nur logisch, dass wir in diesen Zeiten der Digitalisierung nach einem tieferen Sinn und Erfüllung suchen. Kundalini-Yoga ist eine Möglichkeit besser mit diesem Stress umgehen zu können. Man muss weder spirituell veranlagt, besonders gelenkig oder strikt vegan sein, um Kundalini zu praktizieren.

Wir bezeichnen Kundalini darum auch gerne als Yoga für Leute, die Yoga hassen. Du brauchst dafür kein Palo-Santo-Holz oder fancy Lulu-Lemon-Leggings. Vielmehr geht es darum, sich selbst zu sein. Weshalb unser Motto lautet: «Keep it simple.»

 

Worin unterscheidet sich Kundalini von anderen Yoga-Formen?

Kundalini-Yoga funktioniert sofort. Wir arbeiten sehr viel mit Mantras, aber auch Atem-Techniken. So zu Beispiel bei Stress-Situationen. Mir hilft hier jeweils ein Glas Wasser zu trinken, danach tief ein- und auszuatmen und schon sehe ich wieder etwas klarer.

 

Das klingt etwas simpel, nicht?

Natürlich. In Stress-Situationen atmen wir aber eher flach, manchmal halten wir hier auch kurz den Atem an. Dabei gilt aber, je mehr Sauerstoff in unser Gehirn transportiert wird, desto besser können wir wieder fokussieren. Zudem entspannt sich so auch unser Gesicht.

 

Meinst du damit das Resting Bitch Face?

Genau (lacht). Mit gewissen Atemtechniken wie etwa der Feueratmung (man atmet dabei kräftig und zügig durch die Nase ein und aus und forciert zusätzlich die Kontraktion der Bauchmuskulatur, Anm. d. Red.) wird der gesamte Organismus mit Sauerstoff praktisch überflutet. Das gibt dem Teint diesen gewissen Glow.

Andere Yoga-Übungen wie eine super-schnell und während drei Minuten ausgeführte Cat-Cow können sogar wie Anti-Ageing wirken. Wichtig ist aber auch hier eine intensive und durchaus hörbare Atmung. So wird die Rückenmarkflüssigkeit-Strömung aktiviert, was mehr Kollagen produziert und unsere Gesichtszellen aufpolstert.

 

Das klingt alles super und macht sofort Lust auf Ausprobieren. Trotzdem können Leute, die zum ersten Mal eine Kundalini-Klasse besuchen, etwas abgeschreckt sein. Die Turbane und meist weisse Kleidung haben schon etwas von einem Kult.

Stimmt, meine Crew und ich können manchmal schon nach Hippie-Romantik aussehen, wenn wir alle zusammen über die Strasse einen Matcha-Latte holen gehen. Ich trage dieses Outfit aber als eine Hommage an meine Lehrer. Zudem versetzt weisse Kleidung dich in ein positiveres Mind-Set, da es im Gegensatz zu Schwarz das Licht reflektiert, statt es zu absorbieren. Und beim Turban geht es darum, die während den Übungen generierte Energie im Körper zu behalten. Zudem sind Turbane für mich mittlerweile ein Fashion-Statement und helfen super bei Bad Hair Days.

 

Exklusiv auf sonrisa.ch: Guru Jagat über Turbane, Bad Hair Days und die positiven Auswirkungen von Kundali Yoga.
Bild: Manfred Hammel.
Exklusiv auf sonrisa.ch: Guru Jagat über Turbane, Bad Hair Days und die positiven Auswirkungen von Kundali Yoga.
Bild: Manfred Hammel.

 

Was hat es eigentlich mit deinem Namen auf sich?

Du meinst wegen dem Guru? Das ist Sanskrit und bedeutet so viel wie Lehrer, heisst übersetzt aber auch Bringer des Lichts. Stell dir vor wie ich reagiert habe, als Yogi Bhajan mir diesen Namen gegeben hat (stöhnt auf). Ich bin nämlich alles andere als auf einem Guru-Trip.

Vielmehr hat mir Yogi Bhajan damit die Aufgabe gegeben, als Lehrerin Frauen zu fördern, sie selbstbewusster zu machen und zu stärken. Denn: The Future is Female!

Und wenn ich mit Rama Yoga nur etwas Licht in den Alltag von Frauen bringen kann, ist das schon ein Riesen-Ding für mich.

 

Wie sieht es eigentlich mit Spiritualität aus? In deinem kürzlich auf Deutsch erschienenen Buch «Unbesiegbar leben» oder den Teachings auf rama-tv.com machst du gerne Witze über das so genannte Palo-Santo-Girl.

Jetzt hast du mich erwischt (lacht laut). Mit dem Palo-Santo-Girl meine ich vor allem einen bestimmten Typus. Also jene, die sich gerne mit diesen Hölzern auf Social Media präsentieren und so tun also ob – ohne jeglichen Tiefgang. Aber auch die Wellness-Industrie, die uns vorgaukelt, wenn wir etwas rumräuchern, wird alles gut.

Echte Spiritualität bedeutet für mich persönlich aber, dankbar für jeden Moment zu sein und die Schönheit darin zu sehen. Und das geht meiner Meinung nicht ohne Ehrfurcht und Mitgefühl für andere, was die Basis für jede Spiritualität ist.

 

Exklusiv auf sonrisa.ch: Guru Jagat über Turbane, Bad Hair Days und die positiven Auswirkungen von Kundali Yoga.
Bild: Manfred Hammel.

 

Diä schnäller isch diä gschwinder: Guru Jagat gibt am 15. sowie 16. April Kundalini-Workshops nach Yogi Bhajan bei Yogisi in der Zürcher Binz zu den Themen Yogische Beauty-Geheimnisse und Meditationen. Anmelden kannst Du Dich hier  und hier. Sehen wir uns auf der Yoga-Matte?

Übrigens: Guru Jagat’s Buch «Unbesiegbar leben – Die Kraft des Yoga. Die Energie des Atems. Die Klarheit des Geistes» (Droemer Knaur Verlag) ist seit dem 1. März für ca. Fr. 29.90 unter anderem auf orellfuessli.com erhältlich.

 

Exklusiv auf sonrisa.ch: Guru Jagat über Turbane, Bad Hair Days und die positiven Auswirkungen von Kundali Yoga.

 

Und, wenn Du Lust auf noch mehr Guru Jagat hast: Auf rama-tv.com (sozusagen dem Netflix der Kundalini-Yoga-Community) kannst Du täglich Sessions mit Guru Jagat oder Tej (der ehemaligen Teacher von Katy Perry’s Ex Russell Brand) streamen.

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