Good Hair Days im Winter: Einfache, aber effiziente Expertentipps für Glanz, Pflege und Volumen
Die Einsicht kam vergangene Woche, als ich bei frösteligen Temperaturen auf der Suche nach dem ultimativen grünen Pullover (influenced by oh so fashionable Laura T.) während mehrerer Stunden durch die Stadt geflitzt bin. Und irgendwann vor dem Spiegel feststellen musste, dass dabei nicht nur meine Geduld, sondern vor allem auch die Beziehung zwischen mir und meinem Haar wie so oft um diese Zeit auf eine harte Bewährungsprobe gestellt wurde. Weil wir uns zwar in der gleichen Klimazone befinden, aber nicht zwingend im gleichen Team, um es mal nett auszudrücken.
Schuld an der haarigen Krise ist gemäss Fachleuten der Winter, der wie ein übermüdeter Hairstylist alles falsch macht, was man falsch machen kann, indem er Volumen durch Frizz ersetzt und dazu statische Elektrizität grosszügig auf dem Kopf verteilt wie Zuckerglasur auf Zimtschnecken.
Mit anderen Worten: Die Saison der unfreiwilligen Experimente hat endgültig wieder begonnen. Zum Glück lassen sich die schlimmsten Wintereffekte mit den folgenden Tipps von Style-Experte Alf Heller bewältigen, der in seinem Salon in Winterthur die schönsten Frisuren zaubert und dank seiner umfassenden Kompetenz eine der wichtigsten Instanzen unseres Landes ist in Sachen Hairstyle, Beauty und gutem Stil.
*Titelbild: © Pezibear via Pixabay

Befeuchtungsanlage auf dem Kopf
«Kalte Luft draussen und trockene Heizungsluft drinnen sind wie ein Duo, das es auf jede Haarfaser abgesehen hat», erklärt Star-Stylist Alf Heller. Studien zeigen, dass eine niedrige Luftfeuchtigkeit die Schuppenschicht der Haare wie ein Tannenzapfen aufraut. Optisch äussert sich das in einer struppigen Textur und fehlendem Glanz des durstigen Haars, das kaum noch Feuchtigkeit speichern kann.
Das hilft:
Ein paar gezielte Sprühstösse eines guten Feuchtigkeitssprays vor dem Rausgehen wirken wie ein Mini-Wintermantel fürs Haar.

Anti-Frizz mit Physik – nicht mit Hoffnung
Es ist eine Gleichung, für die es keine mathematischen Kenntnisse braucht: Winterhaare + Mütze = elektrisierte Katastrophe. «Reibung erzeugt elektrische Ladung und trockene Luft sorgt dafür, dass sie nicht abgeleitet wird», sagt Beauty-Profi Alf Heller über das Phänomen Haare, die im Winter herumfliegen wie in einem Musik-Video auf MTV früher.
Das hilft:
Eine Mütze aus Kaschmir oder Seide reduziert die Reibung und verhindert damit die elektrische Ladung. Noch effizienter wird der Hack, wenn Du vorher eine winzige Menge an Haaröl oder Conditioner über dem Haar verteilst – und beim Ausziehen der Mütze nicht hektisch durch die Frisur fährst.
Wenn Du magst, kannst Du sogar noch ein wenig Haarspray in die Mütze sprühen: Kein TikTok-Hype, sondern gemäss Alf ein bewährter Stylisten-Tipp!

Weniger Waschen = mehr Glanz (und weniger Krisen)
Wie bereits oben erwähnt, trocknen die Haare im Winter aufgrund der kaum vorhandenen Luftfeuchtigkeit besonders schnell aus. Dermatologische Studien legen nahe, dass häufiges Waschen die Lipidschicht der Kopfhaut zusätzlich schwächt, was zu einem Austrocknen von Haar und Kopfhaut sowie allenfalls einem fiesen Juckreiz führen kann.
Das hilft
Längere Abstände zwischen der Haarwäsche sind im Winter das Geheimnis für Good Hair Days, betont Alf Heller. «Milde Shampoos senken den Stresspegel auf dem Kopf zusätzlich.»
Bonus: Trockenshampoo ist nicht nur zum Überleben von Zoom-Meetings da, sondern auch Dein bester Freund im Winter.

Hitze runterfahren
Weil das Haar unter Mützen und Kuschelschals schnell einmal platt wird, greifen wir bei Temperaturen im einstelligen Bereich gerne zu Glätteisen, Lockenstab oder Haartrockner. Kurzfristig macht das Sinn, auf die Dauer bewirken diese Massnahmen schnell einmal das Gegenteil. «Mehrere Studien legen nahe, dass hohe Temperaturen den Faseraufbau des Haares massgeblich schwächen und die Haarfestigkeit reduzieren können», sagt Alf Heller.
Das hilft:
Den Haartrockner auf lauwarm stellen und den Hitzeschutz auch wirklich benutzen, statt einfach nur Staub ansetzen lassen (alle vergessen es, Du bist nicht alleine Darling).

Mützen-Management
Oft beginnen die haarigen Winterprobleme da, wo die Fotos aufhören: beim Abziehen der Mütze.
Das hilft:
- Vorbereitung: Ein leichter Leave-in Spray vor dem Aufsetzen wirkt wie eine Versicherung.
- Unterwegs: Mütze kurz anheben, um etwas Luft zirkulieren zu lassen. Ja, man sieht dabei aus wie ein Hobbit auf Wanderschaft, aber es funktioniert.
- Beim Abziehen: Die Mütze von hinten nach vorne rollen statt ruckartig abziehen ist ideal, um Reibung und damit Frizz zu reduzieren.
- Notfalltrick: «Ein Hauch (!) Handcreme oder Feuchtigkeitsgel auf den Handflächen verteilen und dann über die Haaroberfläche streichen beruhigt das statische Chaos», empfiehlt Alf Heller.

PS: Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass ich meine Einkaufstour zwar mit einer fiesen Frise machen musste, aber im letzten Geschäft den perfekten grünen Pullover fand, der vom Debakel auf dem Kopf ablenkte.

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