Q&A mit Tata Harper

 

«Beauty-Farm» nennt Tata Harper jenen Ort, an dem sie die Produkte für ihr gleichnamiges Naturkosmetik-Label herstellt: Ein Hof mit riesigem Umschwung in Vermont, wo ein grosser Teil der Rohstoffe für die Produkte angebaut wird. Alles bio natürlich, denn etwas anderes kommt für die Kolumbianerin nicht mehr in Frage seit der Krebserkrankung ihres Stiefvaters.

«Damals wurde mir erstmals bewusst, mit wie vielen schädlichen Substanzen wir im Alltag konfrontiert sind. Fast alles konnte ich durch gesunde Alternativen ersetzen – bis auf meine Kosmetikprodukte, für die ich trotz ausführlicher Suche keinen guten Ersatz fand. Ich konnte gar nicht anders als selbst aktiv zu werden und so führte eines zum anderen», erklärte die reizende Tata, die ich anlässlich der Präsentation des neuen Illuminating Moisturizers und der neuen Illuminatating Eye Crème* im wunderschönen Showroom von Biomazing zum exklusiven Beauty-Date angetroffen habe. Und seither noch mehr Fan bin – von der Pflegelinie, die von den Kollegen der Vogue als «lebensverändernd» gerühmt wurde, aber vor allem auch von der Frau dahinter.

*zwei luxuriöse Pflegeträumchen mit – voll wahr! – Diamantenstaub für den ultimativen Glow, auf die ich in späteren Blogposts noch eingehen werde.

#majorfangirlmoment und so, Du weisst schon…

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Als Kind wollten Sie Designerin werden. Wieso?

Ich liebte Mode und hatte sogar zusammen mit zwei Freunden ein eigenes Label, das wir „cencured“ nannten.

Wirklich?

Ja, wir kauften Stoffe in New York, schnitten sie daheim in Kolumbien zu, verzierten sie mit Pailletten und träumten von der grossen Karriere im Fashion-Business. Ich war wild entschlossen, nach der Schule eine entsprechende Ausbildung zu absolvieren, bis mir meine Mutter unmissverständlich klar machte, dass sie darin keine Zukunft sah. Sollte ich mich trotzdem für diesen Weg entscheiden würde sie nichts daran zahlen, sagte sie – und brauchte danach nicht mehr lange, um mich von einem Ingenieur-Studium in New York zu überzeugen.

Letztlich sind Sie aber im Beauty-Business gelandet und führen ihr eigenes Naturkosmetik-Unternehmen, das stetig wächst. Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?

Unsere Produkte sind gut, so einfach ist das. Meinem Team und ich konzentrierten uns vom ersten Tag auf den Inhalt  und nichts anderes. Uns ging es nie darum, ein tolles Image aufzubauen, sondern um die Produktion hochwertiger Produkte auf natürlicher Basis. Das war und ist bis heute unsere Mission, der wir uns voller Leidenschaft verschrieben haben. Wir sind unseren Werten immer treu geblieben und das merkt man den Produkten auch an, denke ich.

Welches war bis jetzt der grösste Höhepunkt in ihrer Karriere im Beauty-Business?

Wir haben im vergangenen Jahr 15 verschiedene Beauty-Awards gewonnen. (lächelt versonnen). Ist das zu glauben? Ich bin sehr stolz darauf!

Sehr verdient, würde ich sagen, Sie scheinen sehr vieles sehr richtig gemacht zu haben. 

Das muss wohl so sein, ja, sonst hätten wir uns nicht durchsetzen können gegen andere Mitbewerber in diesem hart umkämpften Markt

Ein gutes Stichwort: Worin unterscheidet sich Ihr Unternehmen von der Konkurrenz?

Durch die Qualität und Qualität der Wirkstoffe, die im Gegensatz zu anderen Firmen tatsächlich alle zu hundert Prozent natürlichen Ursprungs sind. Einzigartig macht uns auch die Tatsache, dass wir sämtliche Produkte auf unserem Gelände selbst herstellen.

Geraten Sie da nicht allmählich an die Grenzen Ihrer Kapazitäten? Das Sortiment von Tata Harper wird ja laufend grösser…

Stimmt, und das freut mich enorm. Wir bauen deshalb auch laufend aus, haben neue Maschinen gekauft und wenn es eines Tages zu eng werden sollte, würden die Produkte allenfalls an einem anderen Ort verpackt und für den Versand bereit gemacht. Was aber nie in Frage kommt ist eine Auslagerung der Produktion.

Wieso? 

Weil ich sonst nicht mehr die volle Kontrolle über die Qualität der Produkte hätte und nicht mehr laufend frisch produzieren könnte. Beides ist mir unglaublich wichtig, ich bin in jeder Hinsicht eine Perfektionistin. Kompromisse sind für mich keine Option, weder bei der Produktion noch bei der Entwicklung.

Sie setzen sich also keine Deadlines für die Lancierung eines neuen Produktes?

Nein, im Gegenteil: Erst wenn das gesamte Team hinter einer Neuheit stehen kann, kommt es in den Verkauf. Ich will von allen ein Feedback und gehe jeder Rückmeldung persönlich nach, bis alle zufrieden sind. Zum Teil geht das ziemlich schnell und in anderen Fällen sind wir immer noch am optimieren.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Seit vier Jahren versuchen wir eine Sonnenpflege-Kollektion zu entwickeln, aber bis heute haben wir noch keine gute Formel dafür gefunden.

Welches Beauty-Produkt hätten Sie gerne selbst erfunden?

(Denkt nach). Den Touche Eclat von Yves Saint Laurent. Aber ohne synthetische Wirkstoffe natürlich.

Und welches Beauty-Produkt muss unbedingt noch erfunden werden?

Ein Stift, der Mimik-Falten glättet und zum Verschwinden bringt. Hach, das wäre grossartig! (lacht)

Gibt es einen typischen Beauty-Tipp, den Sie für total überbewertet halten?

Ich kann nichts anfangen mit der allgemein üblichen Empfehlung, nur ein oder zwei Mal pro Woche ein Peeling zu verwenden. Mit dem richtigen Produkt funktioniert das auch jeden Tag und die Haut bekommt einen wunderschönen Glow.

Wann fühlen Sie sich selbst am schönsten?

Nach dem Auftragen meiner Produkte. Und, ganz wichtig, wenn die Haare gut sitzen. Ein good hair day ist automatisch ein guter Tag!

Sie sind bekannt geworden als Beauty-Unternehmerin. Haben Sie noch weitere Talente, von denen wir wissen sollten?

Als gebürtige Kolumbianerin liegt mir das Tanzen im Blut und dann sagt man sagt mir nach, ich hätte ein gutes Auge für Details beim Dekorieren. Ausserdem werde ich immer wieder angefragt von meinen Freunden, wenn sie Hilfe brauchen beim Ausmisten und Organisieren ihres Schranks. Ich bin da ziemlich effizient.

Echt jetzt?

Ja, das wissen nicht viele.

Dann lassen Sie uns doch gleich noch ein weiteres Geheimnis lüften. Wann haben Sie das letzte Mal etwas gemacht, mit dem niemand gerechnet hätte?  

(denkt nach). Das war, als ich meine Kinder bekommen habe. Alle waren total überrascht, weil ich immer nur von einem einzigen Kind geredet habe und nun sind es drei.

Wie darf man sich einen typischen Tag im Leben von der Unternehmerin und Mutter Tata Harper vorstellen?

Den gibt es nicht. An einem Tag bin ich daheim auf unserer Farm, wo sich sowohl das Hauptbüro als auch die Produktion befindet und am nächsten Tag reise ich für Presse-Termine oder Beauty-Workshops nach New York oder Dallas. Das ist zwar anstrengend, aber gleichzeitig sorgt es für Abwechslung und das liebe ich.

Wie schaffen Sie die Balance zwischen Beruf und Familie?

Ich bin ein Organisationstalent, was in meinem Job echt ein Vorteil ist. Auf dieses Weise bekomme ich Beruf und Privatleben ziemlich gut unter einen Hut, wobei das natürlich nicht ganz ohne Hilfe geht. Meine drei Kinder sind die wichtigsten Menschen auf der Welt für mich, sie haben oberste Priorität.

Welche Werte möchten Sie ihren Kindern mitgeben?

Freundlichkeit gegenüber anderen Menschen und ein Sinn für die eigene Gesundheit.

Wofür fehlt Ihnen im Alltag die Zeit?

Zum Meditieren – und um regelmässig Sport zu machen.

Gibt es etwas, das Sie unbedingt noch lernen möchten?

Astronomie ist ein Themenfeld, das mich seit meiner frühesten Kindheit wahnsinnig interessiert. Ich würde gerne mehr darüber wissen. Einfach so, für mich. Aber letztlich fehlt mir auch dafür die Zeit.

Welches ist Ihr absoluter Feel-Good-Song?

«If I loose my faith in you» von Sting. Wenn ich das höre, geht es mir automatisch besser, ich liebe diesen Song (summt leise vor sich hin).

Reden wir zum Abschluss nochmals über Schönheit. Das Beauty-Bunsiness gilt als oberflächliches Geschäft. Ist das ein Vorurteil oder wahr?

Jeder Mensch, und damit meine ich wirklich jeden, ist davon betroffen, wie seine Haut aussieht und sich anfühlt. Wenn wir uns schön fühlen, dann strahlen wir das auch aus – durch unser Aussehen und durch unsere Energie. Ich weiss das aus eigener Erfahrung, denn ich habe viele Kunden erlebt, die sich zum Teil kaum aus dem Haus trauten, weil ihre Haut so schlecht war.  Zu sehen, wie solche Menschen an Selbstvertrauen und Lebensfreude gewinnen durch die Verbesserung ihrer Haut ist eine unglaublich eindrückliche Erfahrung. Das Beauty-Business, um auf Ihre Frage zurückzukommen, geht im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut und ist darum alles andere als oberflächlich. Es macht die Menschen glücklich, schenkt ihnen Zuversicht und hilft ihnen, sich selbst zu respektieren.

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