Meet Lina Hanson, Make-up Artist und Naturkosmetik-Unternehmerin

Etwas mehr als ein Jahr liegt meine Begegnung mit Lina Hanson in Los Angeles, wo ich die schwedische Make-up Artistin und Begründerin der Naturkosmetiklinie Global Beauty erstmals zum Lunch traf. Seither habe ich nicht nur auf die Produkte von Global Beauty, sondern auch auf die Frau dahinter einen richtig heftigen Crush. So sehr, dass ich mich lieber ausschweige – zu gross ist die Gefahr, in süsslich-schwärmerische Superlativen zu verfallen – und stattdessen das Wort an die umwerfend liebenswerte Lina übergebe, die sich extra die Zeit genommen hat, mir noch vor der Lancierung ihrer Pflege-Linie bei Marionnaud von ihrem Werdegang zu erzählen.

Danke, Lina Darling!

(Sorry, aber so viel #fangirl muss einfach sein!)

 

Lina Hanson and Katrin Roth from sonrisa in LA

 

Ein grosser Teil von mir ist immer noch das Mädchen vom Land. Egal, wie weit ich reise, es ist immer ein grossartiges Gefühl, wieder zurück zu kommen, da mich so viele gute Erinnerungen mit diesem Ort verbinden.

Meine Mutter war Schwedin, mein Vater kommt aus Pakistan, aber ich habe ihn nie kennengelernt und meine Mum verstarb, als ich vier Jahre alt war. Ich wuchs bei meinen Großeltern mütterlicherseits in einem kleinen Dorf auf, wo ich als einziges Kind mit dunklem Haar und dunklen Augen immer aus der Menge herausstach. Man hielt mich für eine Ausländerin, was ich sehr komisch fand, weil ich mich durch und durch als Schwedin fühlte. Das verunsicherte mich manchmal, denn ich wollte so gerne dazu gehören.

Rückwirkend bin ich froh um diese Erfahrungen, die mich zu jenem Menschen gemacht haben, der ich heute bin.

Mein Status als Exotin bewog mich nämlich dazu, mit 18 Jahren nach London zu ziehen. Für meine Grosseltern war das sicher nicht einfach, aber sie vertrauten mir und dafür bin ich ihnen unendlich dankbar.

In London lernte ich, auf mich selbst aufzupassen und meinen eigenen Weg zu gehen. Ich arbeitete im Verkauf bei United Colors of Benetton und war sofort fasziniert von der Modebranche. Nach meinem Umzug nach New York begann ich deswegen sogar eine Ausbildung zur Stylistin. Dass es anders kam, liegt an Jeanine Lobell, die ich kurz nach meiner Ankunft kennenlernte. Sie ist die Begründerin des Make-up Brands Stila und ich durfte ihr immer wieder helfen bei verschiedenen Jobs. Schnell wurde sie zu meinem Mentorin, von ihr habe ich alles gelernt, was wichtig ist für die Arbeit einer Make-up Artistin.

Sie sagte immer: «Makeup ist wie Deine eigene Unterschrift, etwas ganz persönliches.» Ich liebe das!

Als ich nach Los Angeles ging, unterzeichnete ich einen Vertrag bei einer Make-up Agentur. So führte eines zum anderen und plötzlich schminkte ich Stars wie Naomi Watts, Natalie Portman oder Mandy Moore für den roten Teppich oder Fotoaufnahmen. Das war eine neue und vor allem fabelhafte Erfahrung für mich, denn ich traf viele grossartige Menschen dabei. Ich fühle mich wirklich privilegiert.

Mittlerweile nehme ich nur noch wenige Aufträge als Make-up Artist an, um mich voll auf meine eigene Firma ‚Global Beauty’ konzentrieren zu können, die ich im Jahre 2012 gegründet habe. Den Anstoss dazu lieferte meine intensive Suche nach einem guten Allround-Produkt zur Befeuchtung der Haut, denn für mich ist ein optimal gepflegter Teint die wichtigste Grundlage für ein schönes Make-up. Weil ich nichts fand, das meinen Ansprüchen entsprach, begann ich mich in das Thema einzulesen und mit natürlichen Rohstoffen zu experimentieren. Es ist immer die gleiche Geschichte, nicht wahr?

Unzählige Versuche später hatte ich ein Produkt, das mir so gut gefiel, dass ich es zur Arbeit mitnahm. Viele meiner Kundinnen und Kunden waren so begeistert, dass sie es mir sofort abkaufen wollte. Die steigende Nachfrage führte schliesslich zum Entschluss, einen eigenen Naturkosmetik-Brand zu lancieren.

Wenn ich gewusst hätte, was alles damit verbunden ist, hätte es ich vermutlich nicht gemacht, aber so etwas merkt man ja zum Glück immer erst später.

Trotz den verschiedenen Herausforderungen würde ich wieder alles genau so machen, denn ich habe viel gelernt und konnte ganz natürlich wachsen. Vom Sortiment her, aber auch was das Team betrifft. Meine Mitarbeitenden sind mein ganz grosses Glück, sie ermöglichen mir unter anderem, auf Reisen zu gehen, um neue Rohstoffe zu entdecken.

Ein gutes Beispiel dafür ist Thanaka Puder, das aus der getrockneten Rinde des Thanaka-Baumes hergestellt wird und das von den Frauen in Myanmar als Paste auf dem Gesicht getragen wird. Als ich sie nach dem Grund fragte, erklärten sie mir, das sei zum Schutz vor der Sonne und wegen der reinigenden Wirkung. Ich war begann der Sache nachzugehen und probierte das Pulver an mir selbst aus. So entstand das Global Beauty Trio, das man zur Reinigung, als Peeling oder als klärende Gesichtsmaske verwenden kann.

 

Lina Hanson Global Beauty Trio

 

Reisen ist für meinen Beruf ein wichtiger Faktor, nicht nur wegen den Rohstoffen, sondern auch um neue Perspektiven zu erleben. Einer meiner liebsten Orte ist Thailand, wo mein Mann und ich eine zweite Heimat gefunden haben und darum immer wieder zurückkehren. Grundsätzlich fühle ich mich aber überall auf der Welt daheim, selbst in Ländern, die ich noch nie vorher besucht habe.

Es klingt nach einem Klischée, aber ich würde mich tatsächlich als Weltbürgerin bezeichnen.

Der beste Reise-Tipp, den ich geben kann, ist: keine Angst davor zu haben, gewohnte Pfade zu verlassen. Manchmal kommt nicht alles wie geplant, aber genau das sind oft die besten Momente unterwegs. Je mehr man sich einlässt auf das Land und die Bewohner, umso besser sind die Erfahrungen.

Manchmal träume ich sogar davon, alle Sprachen zu sprechen und entsprechend mit allen Menschen auf der ganzen Welt reden zu können! An den Sprachen arbeite ich noch, ansonsten habe ich schon viel gelernt auf meinen Reisen. Ganz wichtig: Mit leichtem Gepäck zu reisen, das ist so viel angenehmer. Ich staune immer wieder, mit wie wenig man eigentlich auskommt.

Vermutlich aus diesem Grund ist meine persönliche Beauty-Routine auch sehr einfach.

Mein Fokus liegt auf einer gepflegten Haut und ich benutze nur wenig Make-up. Mein liebster Beauty-Trick für offene Augen ist ein leichter Schimmer auf den Lidern. Ausserdem verwende ich immer ein Serum vor dem Auftragen der Foundation, das gibt dem Teint einen schönen Glow. Dazu trage ich ein wenig Mascara und Lippenstift auf, das reicht für einen schönen, natürlichen Tages-Look.

Wenn mich jemand nach meinem wichtigsten Beauty-Ratschlag fragt, dann ist die Antwort immer die gleiche: Eine gute Hautpflege, viel Wasser und eine ausgewogene Ernährung. Echte Schönheit hat für mich viel mit einer schöner Ausstrahlung zu tun und die wiederum ist keine Frage von Make-up, sondern von der inneren Zufriedenheit.

Aus diesem Grund habe ich für meine Firma den Namen ‚Global Beauty’ gewählt. Er ist meine persönliche Hommage an die Schönheit aller Frauen – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Alter oder ihrer Hautfarbe. Ich möchte damit die Frauen dazu inspirieren, ihre Persönlichkeit und Unterschied zu feiern.

 

Lina Hanson Global Beauty Campaign Smile

Lina Hanson Quote eveyone smiles in the same language

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4 Kommentare bei „Meet Lina Hanson, Make-up Artist und Naturkosmetik-Unternehmerin“

  1. Liebe Kathrin,
    Interviews sind zweifelsohne deine Paradedisziplin. Man liest mit Vergnügen bis zur letzten Zeile.
    Lina Hanson hat meiner Meinung nach ein sympathisch kompaktes Sortiment und das Global Beauty trio werde ich mir sicher bald zulegen

    1. Liebe Silke, ich danke Dir tausend Mal, das freut mich sehr. Gerade diese Portraits sind ja doch eher langer Lesestoff, für den man nicht immer Zeit hat. Danke, dass Du das machst. Und: Ja, das Global Trio ist super, ich kann es Dir von Herzen empfehlen. Mein Favorit ist Global Treasure mit echtem Gold. Liebe Grüsse, Katrin

  2. Habe Lina gestern in Zürich kennengelernt und bin nun auch offiziell Fangirl. Und ich stimme Silke zu: Deine Interviews sind immer grandios und wenn ich sonst bei langen Interviews oft in der Mitte abbreche, bei Dir lese ich immer bis zum Ende, weil Deine Fragen immer so gut sind. Liebste Grüße!

    1. Liebe Franziska, welcome to the club und: So schade, haben wir uns schon wieder verspasst. Beim nächsten Wiedersehen gibt es umso mehr zu reden, kichern und feiern. Und ich kann Dir persönlichen danke für Deinen lieben Kommentar. Liebste Grüsse, Katrin

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